Das Switch-2-Dilemma von Borderlands 4: Gerüchte um den Release und bleibende Performance-Fragen
Die lang erwartete Nintendo Switch 2-Version von Gearbox Softwares Borderlands 4 hat nun möglicherweise ein konkretes Veröffentlichungsdatum. Der portugiesische Händler GamingReplay listet den Looter-Shooter für den 27. Februar 2026. Wie erfahrene Fans der Serie jedoch wissen, ist ein Händlereintrag noch lange keine offizielle Bestätigung – sowohl Entwickler Gearbox als auch Publisher 2K Games halten sich bislang bedeckt. Für Switch 2-Besitzer kommt dieses Gerücht nach einer Phase der Ungewissheit für einen Titel, der bereits eine bewegte Geschichte hinter sich hat.
Nachdem das Spiel am 12. September 2025 für PlayStation 5, Windows und Xbox Series X|S erschienen war, sollte die Switch 2-Version ursprünglich am 3. Oktober 2025 folgen. Dieser Termin wurde jedoch am 23. September 2025 von Gearbox auf unbestimmte Zeit verschoben. Das Studio begründete dies mit der Notwendigkeit für „zusätzliche Entwicklungs- und Optimierungszeit“, um das „bestmögliche Erlebnis“ zu gewährleisten und die Cross-Save-Funktionen besser zu integrieren. Eine Verschiebung so kurz vor dem geplanten Start, gepaart mit der von Nintendo geforderten Stornierung aller digitalen Vorbestellungen, deutet für uns auf mehr als nur kleine Korrekturen hin; es lässt auf erhebliche Hürden im Portierungsprozess schließen.
Switch 2-Features unter der Lupe: Crossplay-Euphorie trifft auf Modul-Frust
Trotz des unbestätigten Termins sind bereits einige Details zur Switch 2-Fassung von Borderlands 4 durchgesickert. Basierend auf der Unreal Engine 5 verspricht das Spiel eine nahtlose, zusammenhängende Welt mit minimalen Ladezeiten, ganz wie auf den leistungsstärkeren Plattformen. Spieler dürfen sich auf neue Fortbewegungswerkzeuge wie Gleiten, Ausweichen und einen Greifhaken sowie ein frisches Waffenarsenal freuen. Theoretisch sollte dies den gewohnten Chaos-Spaß der Reihe garantieren, doch die technische Umsetzung auf der Nintendo-Hardware lässt unsere Skepsis wachsen.
Ein echtes Highlight für Switch 2-Spieler ist die bestätigte Crossplay-Funktionalität mit dem Epic Games Store, Steam, PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Dieses Feature ist ein riesiger Gewinn für die Community, da es die Spielerbasis für den Online-Koop mit bis zu vier Teilnehmern massiv vergrößert. Unserer Ansicht nach zeigt dieses Engagement für Crossplay, dass Gearbox und 2K die modernen Erwartungen an Multiplayer-Titel verstanden haben. Das Spiel unterstützt zudem den TV-, Tisch- und Handheld-Modus sowie Cloud-Saves und eine Joy-Con-Maussteuerung. Die Lokalisierung in zahlreiche Sprachen, darunter Deutsch, Englisch, Japanisch und Chinesisch, sorgt für eine breite Zugänglichkeit.
Doch die Begeisterung wird durch eine ordentliche Portion Realismus getrübt. So wurde bereits bestätigt, dass die Switch 2-Version keinen Split-Screen-Modus bieten wird – ein herber Schlag für Fans von Couch-Koop. Noch kritischer sehen wir die physische Veröffentlichung: Die Boxen werden lediglich „Game Key Cards“ enthalten, was einen massiven Download von 40 GB erforderlich macht. Das komplette Spiel befindet sich also nicht auf dem Modul. Dieser Ansatz sorgt seit dem Launch der Switch 2 für Unmut in der Nintendo-Community. Viele Spieler beklagen den Verlust von echtem physischem Eigentum und die Abhängigkeit von Servern für die langfristige Archivierung, während der riesige Download den internen Speicher im Nu füllt.
Zudem erklärte Gearbox-CEO Randy Pitchford, dass die Switch 2-Version „meistens um die 30 fps“ laufen werde, wobei Performance-Einbrüche bei heftigen Kämpfen oder im Handheld-Modus als Host nicht ausgeschlossen sind. Diese Aussage verlangt nach einer kritischen Betrachtung.
Performance-Präzedenzfälle und Sorgen der Community
Die Kommentare des CEOs zur Performance sind wenig beruhigend, wenn man die Startschwierigkeiten von Borderlands 4 auf anderen Plattformen bedenkt. Auf Steam kämpfte das Spiel anfangs mit „größtenteils negativen“ Nutzerbewertungen, verursacht durch niedrige Bildraten, Ruckler und Abstürze selbst auf High-End-PCs. Viele Nutzer empfanden Upscaling-Technologien wie DLSS als zwingend notwendig für ein stabiles Erlebnis. Pitchfords Ratschlag, „realistische Erwartungen“ zu haben, und seine spätere Bezeichnung des Spiels als „Premium-Titel für Premium-Gamer“ sorgten zusätzlich für Frust.
Auch der Kontext von Unreal Engine 5-Spielen auf der Switch 2 ist schwierig. Experten wie Digital Foundry gehen davon aus, dass UE5-Features wie Nanite und Lumen auf der Nintendo-Hardware gleichzeitig nur mit erheblichen Abstrichen bei Auflösung und Bildqualität laufen werden. Während Epic-Chef Tim Sweeney dies eher auf mangelnde Optimierung der Entwickler als auf die Engine selbst schiebt, lassen die Erfahrungen mit bisherigen UE5-Portierungen Zweifel an der visuellen Brillanz von Borderlands 4 aufkommen.
Trotz dieser technischen Hürden schnitt das Spiel bei Kritikern ordentlich ab. Mit Metacritic-Scores von 78 (PS5) bis 90 (Xbox Series X|S) gilt es als „allgemein positiv“ aufgenommen. Die Verkaufszahlen zeichnen jedoch ein gemischtes Bild: Zwar generierte Borderlands 4 den höchsten Launch-Umsatz der Seriengeschichte, doch Take-Two-Chef Strauss Zelnick gab zu, dass die verkauften Einheiten hinter den Erwartungen zurückblieben, was vor allem den technischen Problemen der PC-Version zugeschrieben wurde.
Seit dem ursprünglichen Release hat Gearbox bereits nachgelegt: Das erste kostenlose DLC-Paket „Bounty Pack 1“ erschien im November 2025. Die erste große Erweiterung, „Mad Ellie and the Vault of the Damned“, soll im ersten Quartal 2026 erscheinen und mit C4SH einen neuen Kammer-Jäger einführen.
Da der 27. Februar als möglicher Termin näher rückt, warten Switch 2-Fans gespannt auf ein offizielles Lebenszeichen. Wir glauben, dass konkrete Informationen zur Performance und eine ehrliche Kommunikation bezüglich der „Game Key Cards“ entscheidend sein werden, um eine Community zu überzeugen, die bereits viel Geduld und Skepsis bewiesen hat.
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