Sechs Monate nach einem Release, der viele Fans enttäuscht zum „Refund“-Button greifen ließ, versucht Gearbox Software nun zu beweisen, dass Borderlands 4 endlich in einem spielbaren Zustand ist. In einem aktuellen „PC Performance Check-In“, der via DevCast präsentiert wurde, behauptet das Studio, dass die durchschnittliche Bildrate seit dem Debüt im September 2025 um rund 20 % gesteigert werden konnte.
Auch wenn diese Zahlen auf dem Papier beeindrucken, war der Weg zur aktuellen Version 1.5 von mühsamen, iterativen Anpassungen geprägt. Wir werfen einen Blick darauf, was die neuesten Daten wirklich aussagen und ob sich eine Rückkehr in die Borderlands mittlerweile lohnt.
Minimum Spec Gains
Die deutlichsten Verbesserungen verzeichnet Gearbox laut eigenen Berichten bei Hardware am unteren Ende des Leistungsspektrums. Interne Benchmarks zeigen, dass ein System mit Mindestanforderungen bei hochskaliertem 1080p von durchschnittlich 53,1 FPS zum Launch (Version 1.0.2) auf nun 67,02 FPS in der aktuellen Build geklettert ist.
Dieser Zuwachs von etwa 26 % im Einsteigerbereich ist markanter als der Durchschnittswert von 20 % über alle Konfigurationen hinweg. Für Spieler, die im September noch knapp unter der kritischen 60-FPS-Marke stagnierten, dürfte dieser Sprung den Unterschied zwischen „gerade noch spielbar“ und „flüssig“ ausmachen.
Gearbox legte in der Präsentation besonderen Wert auf die 1%- und 0,1%-Low-Frametimes. Diese Metriken sind oft aussagekräftiger als die reine Durchschnitts-FPS, da sie jene Mikroruckler und Hänger erfassen, die das Spielerlebnis im ersten Monat nach Veröffentlichung massiv störten.
Code vs. Drivers: Where the Speed Comes From
Die Performance-Gewinne resultieren nicht allein aus einer Optimierung der Rendering-Engine durch Gearbox; sie sind vielmehr ein Zusammenspiel aus Spiele-Patches, verbesserten Upscaling-Algorithmen und GPU-Treiber-Updates.
Ein entscheidender Wendepunkt war das Update vom 29. Januar. Dieser Patch scheint in Kombination mit der NVIDIA-Treiberversion 590.xx (oder neuer) das Problem gelöst zu haben, dass das Spiel nach jedem Update den Shader-Cache komplett neu leeren musste. Für Nutzer von High-End-Hardware wurden damit endlich jene Stotterer durch Hintergrund-Kompilierung beseitigt, die selbst auf einer RTX 5090 kurzzeitig die Performance einbrechen ließen.
Allerdings scheint die Behauptung der „20 % Verbesserung“ auch die Vorteile von DLSS und den neuesten NVIDIA-Optimierungen einzukalkulieren. Berichte aus der AMD-Community deuten darauf hin, dass FSR 4.0 und manuelle Community-Mods zwar geholfen haben, die Lücke zu schließen, die Zuwächse aber nicht auf jeder Hardware-Konfiguration gleichermaßen spürbar sind. Wer eine ältere Radeon-Karte oder ein System ohne moderne Upscaling-Unterstützung nutzt, wird die offiziellen Zahlen womöglich nicht ganz erreichen.
The Lingering "Mixed" Sentiment
Trotz des technischen Fortschritts bleibt die Wahrnehmung der Spieler eine Hürde. Stand März 2026 steht Borderlands 4 auf Steam weiterhin bei einer „Ausgeglichenen“ Bewertung, mit rund 62 % positiven Rezensionen von über 40.000 englischsprachigen Nutzern.
Dies spiegelt einen bekannten Trend wider: Technische Korrekturen kommen oft erst dann, wenn die erste große Spielerwelle bereits weitergezogen ist. In Investorenunterlagen von Take-Two vom Februar 2026 wurde eine gewisse „Schwäche“ zum Launch eingeräumt – vermutlich eine direkte Folge der Bugs und Performance-Probleme, die selbst Top-GPUs bei nativem 4K zeitweise in den 40-FPS-Bereich drückten.
Die aktuelle Bewertung von 62 % ist zwar ein deutlicher Anstieg gegenüber den 41 % der ersten Woche, zeigt aber auch, dass die Botschaft vom „20 % besseren Spiel“ bei einem skeptischen Publikum nur langsam ankommt.
The Patch Rhythm
Gearbox hat sich inzwischen auf einen stabilen Rhythmus für den Post-Launch-Support eingependelt. Nach einem holprigen Oktober, in dem ein wichtiger Patch verschoben werden musste, wechselte das Studio zu einer Struktur aus kleineren wöchentlichen Balance-Updates und großen monatlichen Technik-Patches.
- September 2025: Fokus auf Stabilität und erste Animations-Fixes.
- 23. Oktober 2025: Überarbeitung der Shader-Verarbeitung und Multiplayer-Performance.
- November 2025: Einführung des „Community-First“-Patch-Plans.
- 29. Januar 2026: Implementierung des Foto-Modus und finaler Shader-Cache-Fix.
Dieser iterative Ansatz deutet darauf hin, dass das Team weiterhin an der Stabilität arbeitet. Das Spiel dürfte nun so geschliffen sein wie nie zuvor, auch wenn die Arbeiten offiziell noch nicht abgeschlossen sind.
The Vault Hunter’s Verdict: Is It Ready?
Wer gewartet hat, bis sich die technische Lage stabilisiert, bevor er sich auf die Kammer-Jagd begibt, findet heute deutlich bessere Bedingungen vor als noch 2025.
- Für Nutzer von Mindestanforderungen: Der Sprung auf durchschnittlich 67 FPS bedeutet, dass ein konstantes 60-FPS-Erlebnis bei 1080p mit aktiviertem Upscaling endlich realistisch ist.
- Für High-End-Nutzer: Stellen Sie sicher, dass Sie den NVIDIA-Treiber 590.xx oder neuer verwenden, um vom Shader-Cache-Fix vom Januar zu profitieren; andernfalls kann es in den ersten Spielminuten immer noch zu Rucklern kommen.
- Für Konsolenspieler: Die 20%-Performance-Zusage bezieht sich spezifisch auf PC-Benchmarks. Während sich die Stabilität auf PS5 und Xbox Series X|S ebenfalls verbessert hat, liegen hierfür keine detaillierten Vergleichsdaten von Gearbox vor.
- Für Skeptiker: Da die Steam-Bewertung weiterhin „Ausgeglichen“ ist, sollten Spieler, die empfindlich auf technische Unregelmäßigkeiten reagieren, aktuelles Gameplay-Material auf vergleichbarer Hardware sichten. Die 20 % Steigerung ist ein Durchschnittswert, keine Garantie.
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