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Borderlands 4 auf dem Steam Deck: Warum das „Verified“-Siegel trügerisch sein kann

Borderlands 4 auf dem Steam Deck: Warum das „Verified“-Siegel trügerisch sein kann
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Inhaltsverzeichnis

Erst gestern, am 4. Februar 2026, bestätigte 2K, was viele Borderlands-Fans bereits herbeigesehnt hatten: Borderlands 4, der neueste Looter-Shooter-Streich von Gearbox Software, hat offiziell das begehrte „Steam Deck Verified“-Siegel erhalten. Theoretisch ist das ein Grund zur Freude, da es suggeriert, dass das rasante, RPG-lastige Action-Spektakel perfekt auf Valves Handheld zugeschnitten ist. Wer jedoch in Erwägung zieht, 69,99 $ für das Spiel auf dem Steam Deck auszugeben, sollte genauer hinsehen. Es offenbart sich eine beunruhigende Kluft zwischen den offiziellen Versprechungen und der tatsächlichen Nutzererfahrung – eine Diskrepanz, die unserer Meinung nach die Glaubwürdigkeit des „Verified“-Status massiv untergräbt.

Borderlands 4 erschien ursprünglich am 11. September 2025 und brachte seine charakteristische Mischung aus chaotischen Schießereien und Charakterentwicklung auf den Planeten Kairos – spielbar auf PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Mit einer neuen Roadmap, die Pearlescent-Ausrüstung und Updates für den Fotomodus verspricht, bietet das Spiel auf leistungsstarken Plattformen reichlich Inhalt. Doch heute geht es nicht um die Kernkompetenzen auf High-End-Hardware, sondern um die Frage, ob der Titel wirklich bereit für die portable Grenze ist, wie es Valves Siegel behauptet.

Die Illusion von 'Verified': Ein unerfülltes Versprechen?

Das „Steam Deck Verified“-Programm von Valve soll Spielern die Sicherheit geben, dass ein Titel direkt nach der Installation reibungslos funktioniert. Die Kriterien klingen eindeutig: funktionierende Controller-Eingabe, volle Kompatibilität ohne Warnmeldungen, Unterstützung der nativen Steam-Deck-Auflösung, gute Standardeinstellungen und volle Proton-Unterstützung. Diese Punkte sind essenziell für ein mobiles Erlebnis, damit Nutzer nicht erst in Konfigurationsmenüs abtauchen müssen. Laut Valves eigenem System sollte ein „verifiziertes“ Spiel mit den Standard-Grafikeinstellungen eine gute Performance liefern.

Für Borderlands 4 sind diese Häkchen offiziell gesetzt. Valve gibt an, dass die Benutzeroberfläche gut lesbar ist, die Steuerung korrekt gemappt wurde und die Performance den Stabilitätsstandards entspricht, ohne dass manuelle Eingriffe nötig sind. Sogar HDR auf dem Steam Deck OLED wird erkannt und die virtuelle Tastatur öffnet sich bei Bedarf automatisch – alles Merkmale einer sauberen Integration.

Historisch gesehen war die Borderlands-Serie auf Handhelds immer gut vertreten; Borderlands 3, Borderlands 2 und sogar Tiny Tina’s Wonderlands sind entweder als „spielbar“ oder „verifiziert“ gelistet. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an den vierten Teil.

Hinter der Plakette: Die Büchse der Pandora der Performance-Probleme

Die Realität auf dem Gerät zeichnet jedoch ein völlig anderes Bild. Trotz des glänzenden neuen Siegels scheint Borderlands 4 massiv mit der Hardware des Steam Decks zu kämpfen. Die Beweislast ist erdrückend: Eine Welle von Beschwerden wird durch detaillierte technische Analysen untermauert.

In einem ausführlichen Test riet TechPowerUp explizit davon ab, Borderlands 4 auf Valves Handheld zu spielen, da die Performance-Probleme zu gravierend seien. Diese Meinung wird in Online-Communities wie X und Reddit geteilt, wo Nutzer das Spiel als „Slideshow“ oder „kaum spielbar“ bezeichnen – und das trotz zahlreicher Patches seit dem Launch.

Die spezifischen Leistungswerte sind ernüchternd und trüben den Spielspaß erheblich:

  • Viele Nutzer berichten, dass es fast unmöglich ist, stabile 30 FPS mit der integrierten GPU zu halten.
  • In manchen Arealen bricht die Bildrate auf 12-14 FPS ein und erreicht nur in grafisch anspruchslosen Umgebungen die 30er-Marke, begleitet von häufigen Rucklern.
  • Tests auf den niedrigstmöglichen Einstellungen ergaben rund 22 FPS in den Startgebieten, mit regelmäßigen, störenden Einbrüchen auf 8-9 FPS. Für uns sind das keine kleinen Macken, sondern eine frustrierende, die Immersion zerstörende Erfahrung.

Die Hauptursache scheint die CPU des Steam Decks zu sein, die konstant bei einer Auslastung von 100 % stagniert und somit einen Flaschenhals bildet. Versuche, dies durch Frame Generation abzufedern, schlagen fehl: Das spielinterne FSR verursacht massiven Input-Lag, was präzises Zielen – ein Kernaspekt des Gameplays – fast unmöglich macht. Auch Drittanbieter-Lösungen wie Lossless Scaling sind aufgrund von Artefakten und Verzögerungen nicht zu empfehlen. Zwar verbessert das Umstellen von „Qualität“ auf „Performance“ die Spielbarkeit minimal, doch eine echte Lösung ist das nicht. Dass einige Nutzer erst manuell die GPU-Taktung anpassen müssen, um bessere Ergebnisse zu erzielen, widerspricht dem Geist eines „Verified“-Titels.

Die frühere Aussage von Gearbox-CEO Randy Pitchford, dass man nicht erwarten sollte, dass Borderlands 4 auf Geräten unterhalb der Mindestanforderungen läuft, wirkt hier fast schon wie eine Vorwarnung. Es wirft zudem ein bezeichnendes Licht auf die Entscheidung, die Entwicklung für einen Nintendo Switch 2-Port aufgrund technischer Hürden in der Unreal Engine 5 vorerst einzustellen.

Die schwindende Glaubwürdigkeit des 'Verified'-Status

Für viele Fans wirft diese Situation ernsthafte Fragen über den Prüfungsprozess von Valve auf. Wenn ein Spiel selbst auf niedrigsten Einstellungen keine stabilen 30 FPS halten kann, was ist das „Verified“-Siegel dann noch wert? Unserer Ansicht nach verliert es so seine Bedeutung. Es scheint, als würden Valves Kriterien die tatsächliche In-Game-Performance vernachlässigen und sich primär auf technische Kompatibilität und Menüführung konzentrieren. Diese Lücke führt zu irreführenden Kennzeichnungen.

Dies ist kein Einzelfall. Die Steam-Deck-Community kämpft schon länger mit der Inkonsistenz des Siegels. Auch Titel wie Mortal Kombat 1, Baldur’s Gate 3 oder The Last of Us Part 1 erhielten den Status, obwohl sie unter massiven Performance-Einbrüchen litten. Kritiker bezeichnen das System mittlerweile als „kaputt“ oder „nutzlos“ und fordern, dass Valve entweder eine Community-Bewertung wie ProtonDB integriert oder eine Mindestgarantie von stabilen 30 FPS für das Siegel voraussetzt.

Unser Urteil: Eine teure Enttäuschung für mobile Kammer-Jäger

Steam
Nutzerberichte
Größtenteils Negativ
Spieler
TechPowerUp
Performance-Test
Nicht empfohlen
Kritiker
X/Reddit
Nutzerberichte
Diashow/Kaum spielbar
Spieler

Stand 5. Februar 2026 wirkt der „Steam Deck Verified“-Status für Borderlands 4 weniger wie eine Qualitätsgarantie und mehr wie eine Irreführung. Während das Spiel auf potenten Plattformen glänzt, ist die mobile Erfahrung mangelhaft: Niedrige Frameraten, ständige Ruckler und CPU-Engpässe verhindern jeglichen Spielfluss. Das Versprechen eines reibungslosen Erlebnisses wird nicht eingelöst.

Angesichts des Preises von 69,99 $ können wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Kaufempfehlung für das Steam Deck aussprechen. Man investiert viel Geld in eine Erfahrung, die weithin als „Diashow“ beschrieben wird. Wer Borderlands 4 unbedingt mobil spielen möchte, sollte auf signifikante Performance-Patches warten oder auf den PC bzw. die aktuellen Konsolen ausweichen. Das „Verified“-Siegel ist in diesem Fall schlichtweg irreführend.

Borderlands 4 enthält laut Entwicklerangaben Inhalte, die nicht für alle Altersgruppen geeignet sind, darunter intensive Gewalt, Blutdarstellungen, anzügliche Themen, starke Sprache sowie allgemeine Inhalte für Erwachsene.

Häufig gestellte Fragen

Das Spiel hat Schwierigkeiten, stabile 30 FPS zu halten, wobei die Bildrate in einigen Bereichen auf bis zu 12–14 FPS abfällt. Selbst bei den niedrigsten Einstellungen berichten Nutzer von häufigem Ruckeln und heftigen Einbrüchen auf 8–9 FPS. Die CPU des Steam Decks stellt einen erheblichen Flaschenhals dar und schlägt während des Gameplays regelmäßig bei 100 % Auslastung aus.

Borderlands 4 kostet auf Steam 69,99 $. Der Artikel weist darauf hin, dass dies ein hoher Preis für ein Handheld-Erlebnis ist, das von Kritikern und Nutzern derzeit als kaum spielbar beschrieben wird.

Obwohl das Spiel die technischen Kriterien von Valve für die Controller-Belegung und die Lesbarkeit der Benutzeroberfläche erfüllt, berücksichtigt das „Verified“-Siegel nicht die tatsächliche Leistung im Spiel. Dies führt dazu, dass ein Spiel als gut funktionierend gekennzeichnet wird, obwohl es unter schweren Framerate-Problemen und technischen Engpässen leidet.

Das Aktivieren von FSR führt zu extremem Input-Lag, der das Zielen unmöglich macht, während Drittanbieter-Tools wie Lossless Scaling visuelle Artefakte („Bubbling“) und Ruckeln verursachen. Das manuelle Einstellen des GPU-Takts oder das Wechseln auf den Leistungsmodus kann zwar geringfügig helfen, behebt jedoch nicht die zugrunde liegenden CPU-Engpässe.

Das Spiel erschien am 11. September 2025 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Der Artikel empfiehlt diese leistungsstärkeren Plattformen als bessere Alternativen für ein flüssiges Erlebnis im Vergleich zur Steam-Deck-Version.

Das Spiel hat die Anforderungen für funktionale Controller-Eingaben, lesbaren UI-Text und die Unterstützung der Standard-Displayauflösungen des Steam Decks erfüllt. Es bietet zudem volle Proton-Unterstützung und blendet bei Bedarf automatisch die virtuelle Tastatur ein.

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