Bungies riskantes Manöver: Destiny 2-Inhalte für das Debüt von Marathon verschoben
Hüter des Lichts müssen sich wohl länger als gedacht auf neuen Content gedulden. Berichten zufolge wurde das kommende „Shadow and Order“-Update für Destiny 2 nach hinten verschoben. Während ein offizielles Statement von Bungie noch aussteht, deutet vieles darauf hin, dass es sich um einen strategischen Schritt handelt, um dem neuen Extraction-Shooter Marathon die Bühne zu überlassen. Letzterer soll am 5. März 2026 für PC, PS5 und Xbox erscheinen. Forbes-Autor Paul Tassi, bekannt für seine verlässlichen Insider-Quellen, verbreitete die Nachricht zuerst auf X (ehemals Twitter) und verwies auf Informationen, die diesen Zeitplan bestätigen.
„Shadow and Order“ macht Platz: Kalkulierte Verspätung oder tieferliegende Probleme?
Das „Shadow and Order“-Update war als kostenloser Mid-Season-Inhalt geplant und sollte den krönenden Abschluss für das „Jahr der Prophezeiung“ von Destiny 2 bilden. Laut der 2025 vorgestellten Roadmap war die Veröffentlichung ursprünglich für den 2. oder 3. März 2026 vorgesehen. Tassi stellte in seinem Post klar: „Ich habe gehört, dass Shadow and Order tatsächlich verschoben wird, um Platz für Marathon am 5. März zu machen, da es eigentlich schon am 3. März hätte erscheinen sollen.“
Die genaue Dauer dieser Verzögerung liegt noch im Dunkeln, und Bungies Schweigen befeuert die Spekulationen. Erste Berichte von Tassi deuten darauf hin, dass es sich um eine längere Wartezeit handeln könnte – möglicherweise bis Ende April oder Anfang Mai. Dies wäre kein bloßes Verschieben um ein paar Tage; eine zweimonatige Verzögerung für ein Mid-Season-Update deutet auf mehr hin als nur die Vermeidung eines vollen Terminkalenders. Es stellt sich die Frage, ob „Shadow and Order“ selbst mit Entwicklungshürden zu kämpfen hat oder ob Bungie kritische Ressourcen abzieht, um den Erfolg von Marathon zu erzwingen. Teile der Community äußern bereits ihren Unmut und fühlen sich gegenüber dem neuen Titel wie „zweite Klasse“ behandelt.
Marathons steiniger Weg zur Veröffentlichung
Das feste Launch-Datum von Marathon am 5. März 2026 markiert einen entscheidenden Moment für Bungie, insbesondere nach der schwierigen Entwicklungsphase im Jahr 2025. Der Sci-Fi-Extraction-Shooter war zuvor auf unbestimmte Zeit verschoben worden, nachdem eine Testphase im September 2025 enttäuschend verlief. Zusätzlich belasteten Plagiatsvorwürfe das Projekt. Die Künstlerin ANTIREAL warf Bungie vor, ihre Designs aus dem Jahr 2017 ohne Erlaubnis für In-Game-Assets und Werbematerialien genutzt zu haben – ein Vorwurf, den Bungie später einräumte und auf das Fehlverhalten eines ehemaligen Mitarbeiters schob. Solche Kontroversen rund um Design-Assets sind für Bungie leider kein Neuland, da es bereits bei Destiny 2 ähnliche Vorfälle gab.
Aus unserer Sicht ist die Verschiebung des Destiny-Updates, um Marathon das Rampenlicht zu überlassen, ein notwendiges, aber riskantes Wagnis. Die Entwicklung von Marathon war von internen Problemen geprägt, darunter Berichte über eine niedrige Arbeitsmoral und Herausforderungen in der Führungsebene. Ein erfolgreicher Start ist nun oberste Priorität, besonders nach der Kritik an der frühen Alpha-Phase. Um die Gemüter der Destiny 2-Fans zu beruhigen, bereitet Bungie Crossover-Inhalte vor. Dazu gehören das „Warten auf Exfiltration“-Emote, ein exotisches Ornament für das MIDA Multi-Tool sowie der „Silkworm Weave“-Shader. Diese kosmetischen Items sind eine nette Geste, doch ihr eigentlicher Zweck dürfte darin liegen, die Brücke zu schlagen und Destiny-Spieler zum Wechsel auf die neue Marke zu animieren.
Wankender Boden für Destiny 2: Stimmung der Spieler und Ausblick
Die berichtete Verzögerung von „Shadow and Order“ weckt Erinnerungen an frühere Mid-Season-Updates wie „Ash and Iron“ aus der Saison „The Edge of Fate“. Jenes Update blieb weit hinter den Erwartungen zurück und löste massive Kritik aus. Spieler meldeten zahlreiche Bugs und das Gefühl, das Update habe „die Seele des Spiels zerstört“. Vor diesem Hintergrund ist die aktuelle Verspätung besonders besorgniserregend. Sollte die zusätzliche Zeit nicht genutzt werden, um ein qualitativ hochwertiges Erlebnis abzuliefern, könnte der Backlash heftig ausfallen.
Dabei sah es zuletzt gar nicht so schlecht aus: Die im Dezember 2025 erschienene Erweiterung Destiny 2: Renegades – inspiriert von Star Wars – kam gut an und bot mit dem Tharsis-Außenposten und der Praxisklinge spannende Neuerungen. Dennoch haben sich die Spielerzahlen nicht vollständig erholt. Im Februar 2026 lagen die täglich aktiven Spieler auf Steam bei etwa 11.884, mit einem monatlichen Durchschnitt von 217.361 über alle Plattformen – ein Rückgang von 18 % gegenüber dem Vormonat. Angesichts starker Konkurrenz wie ARC Raiders von Embark Studios, das bis Januar 2026 über 12 Millionen Mal verkauft wurde, steht Bungies Strategie unter genauer Beobachtung. Bungie muss jetzt eine klare Roadmap vorlegen und ein erneutes Bekenntnis zu Destiny 2 zeigen, um das Vertrauen der Community nicht endgültig zu verspielen.
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