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Marathon-Vorbestellung mit 170-GB-Überraschung: Bungie erklärt Destiny-2-Panne

Marathon-Vorbestellung mit 170-GB-Überraschung: Bungie erklärt Destiny-2-Panne
Kurzzusammenfassung
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Inhaltsverzeichnis

Bungie rückte kürzlich unfreiwillig ins Rampenlicht, als der erfahrene Sci-Fi-Shooter Destiny 2 plötzlich damit begann, sich eigenständig auf PC-Systemen zu installieren. Dieser ungefragte Download erfolgte ohne Zustimmung der Nutzer, nachdem diese Marathon, den kommenden Extraction-Shooter des Studios, auf Steam vorbestellt hatten. Obwohl Bungie den technischen Fehler bis Montag, den 20. Januar 2026, zügig beheben konnte, entwickelte sich der Vorfall im Netz sofort zum Meme. Vergleiche mit dem berüchtigten U2-Album, das 2014 ungefragt in iTunes-Mediatheken auftauchte, ließen nicht lange auf sich warten. Für uns verdeutlicht dieser Glitch die Gratwanderung, die Bungie beim Jonglieren seines wachsenden Portfolios vollziehen muss.

Bungie stellte klar, dass die unerwarteten Downloads von Destiny 2 auf einen serverseitigen technischen Fehler zurückzuführen waren und keine absichtliche Marketing-Aktion darstellten. Das Problem hing eng mit den Vorbesteller-Boni für Marathon zusammen, die exklusive kosmetische Gegenstände im Marathon-Stil für Destiny 2-Spieler beinhalten. Da die Basisversion von Destiny 2 kostenlos spielbar ist (Free-to-Play), entstanden durch diesen kuriosen digitalen Übergriff glücklicherweise keine finanziellen Schäden für die Betroffenen.

Wenn der Geist in der Maschine das Spiel installiert

Die "versehentliche Installation" begann in der Woche des 19. Januar 2026, kurz nachdem die Vorbestellungen für Marathon live gingen. PC-Spieler, die den neuen Titel über Steam erwarben, sahen sich plötzlich mit einem startenden Destiny 2-Download konfrontiert – angesichts des gewaltigen Speicherbedarfs von 170 GB ein massives Unterfangen. Dieser unerwartete digitale Gast löste in den sozialen Medien eine Welle von Witzen aus. Viele Nutzer bezeichneten Destiny 2 scherzhaft als "Virus" oder nannten es auf Reddit einen "Destiny-Jumpscare". Die Reaktionen der Community reichten von purer Verärgerung bis hin zu amüsiertem Spott über Bungies Missgeschick. Einige Spieler spekulierten sogar ironisch, dass dies Bungies heimlicher Versuch sei, die sinkenden Spielerzahlen von Destiny 2 künstlich in die Höhe zu treiben.

Zusätzlich zu diesem kuriosen Download-Problem behob Bungie bis zum 20. Januar einen weiteren Fehler, der Besitzer der Marathon Collector's Edition daran hinderte, ihre Spielcodes auf Steam zu aktivieren.

Marathons steiniger Weg zum Launch

Die Vorbestellphase ist für Marathon von enormer Bedeutung, da es Bungies erstes neues Spiel seit fast neun Jahren und der erste Teil der Marathon-Reihe seit drei Jahrzehnten ist. Der Titel kletterte schnell in den Steam-Charts nach oben, erreichte kurz nach dem Start der Vorbestellungen Platz fünf der meistverkauften Spiele und Platz vier nach Umsatz, bevor er sich schließlich auf Rang 11 einpendelte. Wir sind jedoch der Meinung, dass dieser anfängliche Erfolg im Kontext der Bungie-Historie und der aufgestauten Erwartungen an eine neue IP betrachtet werden muss.

Marathon soll am 5. März 2026 erscheinen und ist als Extraction-Shooter, Ego-Shooter (FPS) und Multiplayer-Erlebnis für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S zum Preis von 40 Euro geplant. Der Titel wartet mit einer prominenten Sprecherbesetzung auf, darunter Samantha Béart, Roger Clark, Darin De Paul, Jennifer English, Neil Newbon und Ben Starr.

Trotz der aktuellen Vorbesteller-Zahlen verlief die Entwicklung von Marathon alles andere als reibungslos. Das Spiel wurde von seinem ursprünglichen Termin im September 2025 verschoben – eine Entscheidung, die laut Berichten auf "internes und externes Feedback, das nach einer Closed Alpha im Mai weitgehend negativ ausfiel", zurückzuführen ist. Vorschau-Material aus dem frühen Jahr 2025 stieß in der Community auf gemischte Reaktionen und löste sofort Vergleiche mit anderen Live-Service-Shootern wie Concord aus. Zudem sah sich das Projekt Plagiatsvorwürfen bezüglich der Art-Assets ausgesetzt, die zwar später mit dem ursprünglichen Künstler geklärt wurden, aber Berichten zufolge die Moral des Teams beeinträchtigten und zum Abgang des Art Leads führten. Es gab zudem Berichte, dass die Bungie-Führung jahrelang "Bedenken der Entwickler ignoriert" habe, insbesondere im Hinblick auf die Notwendigkeit einer PvE-Komponente. Es ist ein gewagter Schritt von Bungie, einen neuen, kompetitiven Extraction-Shooter für 40 Euro in einem bereits überfüllten Genre zu veröffentlichen, vor allem in Anbetracht der internen Kämpfe und der negativen öffentlichen Stimmung während der Entwicklung. Wir bleiben skeptisch, wie effektiv Bungie seine Versprechen für Marathon angesichts dieser zahlreichen Hürden einlösen kann.

Der Schatten von Marathon über Destiny 2

Der bevorstehende Launch von Marathon wirft einen langen Schatten auf den älteren Bruder Destiny 2. Zwar erhalten Destiny 2-Spieler exklusive kosmetische Gegenstände im Marathon-Look (UESC-Echo-Geisthülle, UESC-Rover-Schiff und UESC-Sprinter-Sparrow) als Vorbesteller-Bonus – ein Problem mit der korrekten Anzeige dieser Items wurde bereits am 19. Januar behoben –, doch die Veröffentlichung des neuen Spiels sorgt für spürbare Verschiebungen. So wurde das Destiny 2-Update "Shadow and Order", das ursprünglich für den 3. März geplant war, auf die Zeit nach dem Marathon-Start am 5. März verschoben.

Aus unserer Sicht ist die Entscheidung, Destiny 2-Inhalte zugunsten von Marathon zurückzustellen, ein klares Indiz für Bungies verschobene Prioritäten – ein Schritt, der von der Destiny 2-Community mit Argwohn beobachtet wird. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem Destiny 2 seit der Veröffentlichung der "Lightfall"-Erweiterung mit stetig sinkenden Spielerzahlen kämpft. Die Nutzerzahlen sind massiv eingebrochen; laut Drittanbieter-Trackern erreichte die durchschnittliche Spielerzahl auf Steam im September 2024 mit 32.497 einen historischen Tiefstand – ein drastischer Absturz im Vergleich zu den 123.023 Spielern im Juni 2024 nach dem Launch von The Final Shape. Die Stimmung in der Community wird als "schlechter denn je" beschrieben; viele haben das Gefühl, das Spiel würde "sterben" und es fänden sich kaum noch Mitspieler für bestimmte Aktivitäten.

Zusätzlich zur Beunruhigung trug bei, dass Marathon im Everversum-Store von Destiny 2 zeitweise als "Erweiterung" gelistet wurde, was viele Spieler als irritierend und irreführend empfanden. Die Entscheidung, ein separates, kostenpflichtiges Spiel innerhalb des In-Game-Shops von Destiny 2 zu präsentieren, stieß der Community sauer auf. Darüber hinaus wechselte Berichten zufolge ein bedeutender Teil des PvP-Teams von Destiny 2 zur Entwicklung von Marathon, was sich direkt auf den Support des kompetitiven Multiplayers von Destiny auswirkte. Der PvP-Bereich von Destiny 2 hatte in den letzten Jahren schwer zu kämpfen, geplagt von einem Mangel an neuen Karten und anhaltenden Problemen mit Cheatern. Dass Marathon nun mit dedizierten Servern und modernem Anti-Cheat starten soll – Features, nach denen Destiny 2-Spieler seit Jahren rufen –, wirkt wie Salz in den Wunden einer vernachlässigten Fangemeinde.

Bungie betont zwar weiterhin, dass Marathon nicht als "Destiny 3" gedacht ist und Destiny 2 eine Zukunft hat, doch die Handlungen des Studios sprechen eine deutliche Sprache. Die Sorge der Destiny 2-Spieler ist greifbar: Ressourcen werden abgezogen, ihr Spiel verliert an Bedeutung und ein neuer Titel, der teilweise auf der Expertise von Destiny 2 aufgebaut wurde, stiehlt ihm die Show. Wir glauben, dass Bungie vor der gewaltigen Aufgabe steht, seine loyale Basis davon zu überzeugen, dass ihr Spiel nicht bloß in den Wartungsmodus versetzt wird, während sich alle Aufmerksamkeit auf den neuen Extraction-Shooter richtet.

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