Ubisofts jüngstes technisches Update für den eigenen Back-Katalog ist keine monumentale Neuinterpretation, sondern eine längst überfällige Korrektur technischer Engpässe. Mit der Veröffentlichung am 21. Januar 2026 unterstützen Far Cry 3, Far Cry 3: Blood Dragon und Far Cry Primal auf PS5 und Xbox Series X/S endlich 60 Bilder pro Sekunde (FPS). Für viele mag das nur ein kleiner Detail-Sieg sein, doch für Spieler, die Wert auf Frame-Time-Konsistenz und präzise Eingaben legen, sind diese Patches die einzige Möglichkeit, diese über zehn Jahre alten Titel auf modernen Bildschirmen genießbar zu machen.
Der 60-FPS-Standard: Korrektur der Eingabelatenz bei Far Cry
Die am 21. Januar 2026 veröffentlichten Patches haben endlich die 30-FPS-Grenze aufgehoben, die diese Konsolenversionen jahrelang ausbremste. Auf der PS5 und Xbox Series X/S, wo die Abwärtskompatibilität bereits eine Basis von 1440p und Auto-HDR bot, war der Sprung auf 60 FPS das letzte fehlende Puzzleteil. Durch die Verdoppelung der Bildrate wird die Leistungsreserve moderner Hardware genutzt, um die Eingabelatenz zu halbieren – ein massives Problem der ursprünglichen Konsolenfassung von Far Cry 3, die sich im Vergleich zum PC oft träge und schwammig anfühlte.
Für eine Spielreihe, die von reflexartigen Bogenschüssen und rasanter Fortbewegung lebt, waren 30 FPS schon immer ein Kompromiss. Diese Updates transformieren das Spielgefühl der Dunia-Engine und sorgen dafür, dass die „Classic Edition“ von Far Cry 3 ihrem Namen endlich gerecht wird. Dennoch wirft das Update eine frustrierende Frage auf: Warum dauerte es bis zum Jahr 2026, um eine Leistung freizuschalten, welche die PS5 und Series X bereits zum Launch im Jahr 2020 hätten erbringen können?
Die technischen Auswirkungen des 60-FPS-Patches:
Obwohl diese Updates kostenlos sind, rufen sie die Limitationen älterer Konsolen-Hardware in Erinnerung. Während Far Cry 4 bereits im April 2025 einen nativen 60-FPS-Patch für die PS5 erhielt, verlässt sich die Xbox-Version weiterhin stark auf das alternde „FPS Boost“-System.
Ubisofts inkonsistente Katalog-Strategie
Ubisoft setzt offensichtlich auf eine „Retro-Revival“-Strategie, doch die Umsetzung wirkt fragmentiert. Während Far Cry 4, Far Cry 5 und New Dawn bereits seit 2021 auf der Xbox mit 60 FPS spielbar sind, geschah dies über Microsofts systemeigenen FPS Boost. Diese Methode ist jedoch ein grobes Werkzeug: Auf der Xbox Series X zwingt das Aktivieren des FPS-Boosts bei Far Cry 5 die Auflösung oft von 4K auf 1080p herunter, um die Zielbildrate zu halten.
Die Updates vom 21. Januar signalisieren einen Wechsel hin zu nativer Optimierung, die Microsofts Hardware-Hacks deutlich überlegen ist. Native Patches ermöglichen höhere Auflösungen – wie das 1440p-Ziel dieser Far Cry-Klassiker – ohne die Unschärfe, die mit dem aggressiven Downscaling von FPS Boost einhergeht. Ubisoft hat eine ähnliche Logik bereits bei der Assassin’s Creed-Reihe angewandt, wobei Origins (2022) und Syndicate (2024) native 60-FPS-Updates erhielten. Diese als Gratis-Patches statt als kostenpflichtige „Remastered“-Editionen anzubieten, ist zwar verbraucherfreundlich, entschuldigt aber nicht das Fehlen eines einheitlichen Standards für die gesamte Bibliothek.
Unbeantwortete Fragen und technische Versäumnisse
Obwohl die Patches nun seit fast einem Monat verfügbar sind, mangelte es Ubisofts Rollout an Transparenz. Der Start am 21. Januar erfolgte mit kaum Dokumentation zu Downloadgrößen oder spezifischen Engine-Anpassungen. Es bleibt unklar, ob diese Updates auch Korrekturen für Physik-Fehler enthalten, die gelegentlich auftreten, wenn man die Bildrate in der Dunia-Engine verdoppelt – ein Problem, das PC-Spieler seit Jahren plagt.
Zudem verharrt Far Cry 6 auf Konsolen in einem merkwürdigen Schwebezustand. Während die PC-Version fortschrittliche Funktionen wie DirectX Raytracing und AMD FidelityFX Super Resolution unterstützt, fehlt den Konsolenversionen noch immer ein dedizierter Modus für hohe Bildwiederholraten, der über die standardmäßigen 60 FPS hinausgeht. Wenn Ubisoft ein Spiel aus dem Jahr 2012 optimieren kann, wirkt das Fehlen eines 120-FPS-„Performance Pro“-Modus für aktuellere Titel wie eine verpasste Gelegenheit.
Da Far Cry 7 noch Jahre entfernt ist, sollen diese Updates die Marke offensichtlich relevant halten. Das Ubisoft Showcase zum 40. Jubiläum im März 2026 wird voraussichtlich weitere dieser Katalog-Auffrischungen präsentieren. Sollten sich die Gerüchte über einen Performance-Boost für Prince of Persia: The Sands of Time bewahrheiten, muss Ubisoft sich zu nativen Patches bekennen, anstatt sich auf externe Features wie FPS Boost zu verlassen. Vorerst sind die Far Cry-Updates eine willkommene, wenn auch überfällige Bestätigung dafür, dass 30 FPS im Jahr 2026 keinen Platz mehr haben.
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