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Samsung PM9E1: High-Speed-SSD mit 14,8 GB/s für die KI-Ära

Samsung PM9E1: High-Speed-SSD mit 14,8 GB/s für die KI-Ära
Kurzzusammenfassung
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Inhaltsverzeichnis

Samsungs PM9E1: Ein Ausblick auf die Zukunft der KI-Speicher (mit einer Prise Skepsis)

Samsung positioniert sich mit der PM9E1 NVMe SSD eindeutig als Vorreiter im aufstrebenden Markt für KI-PCs. Die „KI-optimierte“ Speicherlösung erregte kürzlich Aufsehen, als die besonders kompakte M.2-22x42-Variante mit dem CES 2026 Innovation Awards Honoree ausgezeichnet wurde. Wir sehen in diesem Schritt eine strategisch kluge Entscheidung, da On-Device-KI immer mehr an Bedeutung gewinnt – auch wenn der tatsächliche Nutzen für den Durchschnittsanwender jenseits des Enterprise-Sektors noch bewiesen werden muss. Diese SSD der Enterprise-Klasse, deren Massenproduktion am 4. Oktober 2024 begann, wird als essenzielle Komponente für KI-PCs und High-Performance-Computing beworben und ist sogar für den Einsatz in NVIDIAs Desktop-KI-Supercomputer DGX Spark qualifiziert.

Bei der PM9E1 geht es nicht nur um pure Geschwindigkeit, sondern um eine Demonstration technologischer Überlegenheit. Sie nutzt eine PCIe Gen 5.0-Schnittstelle mit einem 8-Kanal-Design und Samsungs eigenem 5nm „Presto“-Controller – eine beeindruckende Kombination. Der Einsatz von V-NAND der 8. Generation (V8) mit 1-Tb-TLC-Dies verspricht sowohl enorme Kapazitäten als auch signifikante Leistungssteigerungen. Wir sind gespannt, wie sich dies unter dauerhafter Last in realen KI-Workloads langfristig bewährt.

Rasante Geschwindigkeiten und enorme Kapazität: Der direkte Vergleich

Die detaillierten Spezifikationen der PM9E1 zeichnen das Bild eines extrem schnellen Laufwerks. Samsung gibt sequenzielle Lesegeschwindigkeiten von bis zu 14,8 GB/s (14.800 MB/s) und sequenzielle Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 13,4 GB/s (13.400 MB/s) an. Diese Werte entsprechen einer Verdoppelung gegenüber dem Vorgängermodell PM9A1a – ein beachtlicher Generationssprung. Die zufälligen Lese-IOPS erreichen bis zu 2.100K, während die zufälligen Schreib-IOPS bei beeindruckenden 2.640K liegen.

Um diese Zahlen einzuordnen: Laut Samsung kann die PM9E1 ein 14 GB großes Sprachmodell (LLM) in weniger als einer Sekunde in den DRAM übertragen. Solche Geschwindigkeiten sind entscheidend für schnellere Ladezeiten und eine stabilere Datenverarbeitung in KI-Anwendungen, bei denen Engpässe beim Datenzugriff die Systemleistung massiv bremsen können. Während diese Werte zweifellos zur Spitzenklasse der PCIe-Gen-5-Laufwerke gehören, ist uns bewusst, dass das PCIe 5.0 x4-Interface damit allmählich an seine theoretischen Grenzen stößt. Zukünftige Steigerungen werden vermutlich neue architektonische Ansätze erfordern.

Das Laufwerk ist in Kapazitäten von 512 GB bis 4 TB erhältlich. Insbesondere das 4-TB-Modell glänzt mit einer Belastbarkeit von 2400 TBW (Total Bytes Written), was ebenfalls einer Verdoppelung gegenüber der PM9A1a entspricht. Diese verbesserte Langlebigkeit ist ein willkommenes Feature für professionelle Anwender, die ständig große Datensätze schreiben – ein typisches Szenario beim Training und der Entwicklung von KI-Modellen.

Hier ein kurzer Vergleich der Spitzenleistung der PM9E1:

Die PM9E1 zeigt einen deutlichen Leistungsvorsprung gegenüber direkten Konkurrenten wie der Corsair MP700 Micro, sowohl bei den sequenziellen Raten als auch bei den zufälligen IOPS. Die sequenzielle Lesegeschwindigkeit liegt rund 48 % höher, die Schreibgeschwindigkeit sogar um 58 %. Beide bieten jedoch die gleiche beeindruckende Ausdauer von 2400 TBW in der 4-TB-Version.

Der M.2-22x42-Formfaktor: Ein kleines Wunder mit großer Wirkung

Die M.2-22x42-Variante ist wohl das eigentliche Highlight: Samsung behauptet, es sei die weltweit erste PCIe Gen 5.0 4TB SSD in dieser ultrakompakten Größe. Das ist eine beachtliche Ingenieursleistung, wenn man bedenkt, dass für diese Datendichte eine beidseitig bestückte Platine (PCB) und dedizierter DRAM erforderlich sind. Samsung konnte die Entwicklung um etwa zweieinhalb Monate beschleunigen, was den Fokus des Unternehmens auf diesen Formfaktor unterstreicht.

Dieses kompakte Design, das mit dem CES 2026 Award gewürdigt wurde, ermöglicht mehr Flexibilität beim Design von PC-Plattformen. Durch die Reduzierung der thermischen Last und die nähere Platzierung des Speichers an den Rechenressourcen werden kürzere Signalwege und effizientere Systemlayouts möglich. Obwohl die PM9E1 auch im gängigen M.2-2280-Format erscheint, markiert das spezialisierte 22x42-Modell einen echten Fortschritt in Sachen Miniaturisierung. Wir sehen darin einen wichtigen Wegbereiter für die nächste Generation dünner, leichter und dennoch leistungsstarker Geräte, wie Gaming-Handhelds oder kompakte Workstations, auch wenn die Integration kreatives Engineering erfordern mag.

KI-Optimierung und Energieeffizienz: Mehr als nur Marketingfloskeln?

Samsung hat die PM9E1 explizit für KI-Workloads optimiert und positioniert sie als ideale Lösung für On-Device-KI-PCs. Die Firmware enthält Optimierungen für die DGX Spark OS Software und NVIDIA CUDA, was laut Samsung die Nutzererfahrung bei KI-Anwendungen verbessern soll. Auch wenn „KI-optimiert“ oft wie ein Modewort wirkt, deutet die spezifische Integration auf Firmware-Ebene für NVIDIA-Plattformen auf ein ernsthaftes Bemühen hin, die Leistung auf den Zielmarkt zuzuschneiden.

Auch die Energieeffizienz wurde drastisch verbessert: Das Laufwerk verbraucht über 50 % weniger Strom als sein Vorgänger. Im PS4-Modus liegt der Verbrauch bei unter 7 mW, im D3hot-Modus sogar bei unter 3 mW. Im Betrieb erreicht die 4-TB-Variante 1751 MB/s pro Watt beim sequenziellen Lesen und 1633 MB/s pro Watt beim Schreiben. Diese Effizienzgewinne sind entscheidend, da ein geringerer Stromverbrauch direkt in weniger Hitzeentwicklung resultiert, was Systemdesignern mehr Spielraum gibt und bei mobilen KI-Geräten die Akkulaufzeit verlängern kann.

Robuste Sicherheitsfunktionen: Ein Standard für die moderne Ära

Sicherheit ist bei modernem Speicher nicht verhandelbar. Die PM9E1 setzt hier auf das Security Protocol and Data Model (SPDM) v1.2. Das umfassende Sicherheitspaket umfasst Secure Channel, Geräteauthentifizierung, Firmware-Manipulationsschutz und zertifikatsbasierten Sicherheitsdatenaustausch. Zudem unterstützt die SSD eine Vielzahl von Protokollen wie SED, TCG OPAL, eDrive, Pyrite 2.01, Secure Booting, JTAG Disable, TCG DICE, PCI-SIG DOE, CMA und DMTF SPDM. Wir betrachten diese umfangreiche Liste als notwendigen Standard für Enterprise-Laufwerke, besonders in Zeiten wachsender Sensibilität für Daten.

Marktausblick und Verfügbarkeit: Ein Nischenprodukt (vorerst)

Die PM9E1 ist primär ein OEM-Produkt und im Grunde die OEM-Version der kommenden Samsung 9100 Pro. Samsungs Strategie sieht vor, das Angebot an fortschrittlichen SSDs für globale PC-Hersteller auszuweiten und später auch PCIe-5.0-Produkte für Endverbraucher auf den Markt zu bringen. Der Markt für PCIe-Gen-5-SSDs soll laut Prognosen von 2025 bis 2033 jährlich um 42,7 % wachsen, getrieben durch Rechenzentren, Enterprise-IT und High-End-Unterhaltungselektronik.

Obwohl die PM9E1 bereits für High-End-Systeme wie den NVIDIA DGX Spark (der auf einer 20-Kern ARM64-CPU und einer NVIDIA GB10 Grace Blackwell GPU basiert) qualifiziert ist und in Serie produziert wird, stellt der ultrakleine Formfaktor und die beidseitige Bestückung der M.2-22x42-Variante eine Herausforderung für die breite Masse dar. Genaue Termine für den Einzelhandel und Preise sind noch nicht bekannt, was bei OEM-Produkten üblich ist. YongCheol Bae, Executive Vice President für Memory Product Planning bei Samsung, betonte jedoch den Anspruch, den Markt für moderne SSDs mit Lösungen wie der PM9E1 anzuführen.

Unsere Einschätzung: Die PM9E1 ist ein technisches Meisterwerk, doch ihr unmittelbarer Einfluss wird sich zunächst auf spezialisierte, leistungsstarke und kompakte KI-Systeme beschränken. Sie wird direkt mit Produkten wie der Corsair MP700 Micro konkurrieren, die Ende 2025 in ähnlichen Formaten erschienen ist. Für den durchschnittlichen Nutzer dürfte die breite Verfügbarkeit und preisliche Attraktivität solcher kompakten Gen-5-Lösungen noch ein wenig auf sich warten lassen. Wie Phison-CEO K.S. Pua bereits anmerkte, bleibt der PCIe-5-Markt wohl noch eine Weile ein Nischensegment. Wir werden genau beobachten, wie Samsung den Sprung vom OEM-Erfolg zum Massenmarkt meistert.

Häufig gestellte Fragen

Die PM9E1 erreicht sequenzielle Lesegeschwindigkeiten von bis zu 14,8 GB/s und sequenzielle Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 13,4 GB/s. Laut Samsung ermöglichen diese Geschwindigkeiten es dem Laufwerk, ein 14 GB großes Sprachmodell (Large Language Model) in weniger als einer Sekunde in den DRAM zu übertragen.

Das Laufwerk ist im Standard-Formfaktor M.2 2280 sowie in einer kompakten M.2 22x42-Variante erhältlich. Es bietet Speicherkapazitäten von 512 GB bis zu 4 TB, wobei das 4-TB-Modell eine Lebensdauer-Bewertung von 2400 TBW (Total Bytes Written) aufweist.

Die PM9E1 bietet eine Steigerung der sequenziellen Lesegeschwindigkeit um 48 % und der sequenziellen Schreibgeschwindigkeit um 58 % gegenüber der Corsair MP700 Micro. Während beide Laufwerke für ihre 4-TB-Modelle eine Lebensdauer von 2400 TBW bieten, erreicht die PM9E1 Lesegeschwindigkeiten von 14,8 GB/s im Vergleich zum Bereich von 9,4 bis 10 GB/s des Corsair-Modells.

Das Laufwerk verwendet eine Firmware, die speziell für NVIDIA CUDA und die DGX Spark OS-Software optimiert wurde, um das KI-Nutzererlebnis auf dem Gerät zu verbessern. Zudem nutzt es einen 5-nm-„Presto“-Controller und V-NAND der 8. Generation, um die bei KI-Training und -Entwicklung üblichen Dauerlasten zu bewältigen.

Die PM9E1 verbraucht über 50 % weniger Strom als ihr Vorgänger, die PM9A1a. Sie benötigt weniger als 7 mW im PS4-Modus und unter 3 mW im D3hot-Modus, was dazu beiträgt, die Wärmeabgabe zu reduzieren und die Akkulaufzeit in mobilen Geräten zu verlängern.

Die SSD ging am 4. Oktober 2024 als OEM-orientiertes Produkt für globale PC-Hersteller in die Massenproduktion. Genaue Termine für die Markteinführung und Preise für die einzelnen Kapazitäten wurden bisher noch nicht bekannt gegeben.

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