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DLSS 4.5 im Test: Brillante Optik trifft auf massiven Hardware-Hunger

DLSS 4.5 im Test: Brillante Optik trifft auf massiven Hardware-Hunger
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Nvidias DLSS hat seit seinen anfangs oft als „Blurfest“ kritisierten Tagen einen weiten Weg zurückgelegt. Die neueste Iteration, DLSS 4.5, die im Januar 2026 veröffentlicht wurde, zielt darauf ab, das visuelle Erlebnis noch weiter zu verfeinern. Das Herzstück dieses Updates ist ein Transformer-Modell der zweiten Generation für Super Resolution, das schärfere Details, präzisere Kanten und weniger Bildfehler verspricht. Doch profitiert wirklich jeder davon oder ist das Feature primär für die neueste GPU-Technologie optimiert? Nach ausführlichen Tests fällt unser Fazit differenziert aus: DLSS 4.5 ist für einige Nutzer ein klarer Fortschritt, für andere ein fragwürdiges Upgrade und für einen beachtlichen Teil der RTX-Nutzerbasis sogar ein Rückschritt.

Die schärfere Vision: Super Resolution 2.0 im Detail

Zentraler Bestandteil von DLSS 4.5 ist ein komplett neu gestaltetes Super-Resolution-Modell. Dieses wurde auf einem deutlich größeren, hochqualitativen Datensatz mit massiv gesteigerter Rechenkapazität trainiert. Laut Nvidia benötigt das neue Transformer-Modell die fünffache Rechenleistung für die Inferenz im Vergleich zum Vorgänger. Das ambitionierte Ziel: direkt im linearen Farbraum zu arbeiten und dabei eine höhere Kontextsensitivität zu erreichen. Dadurch sollen kontrastreiche Beleuchtung und komplexe Details besser erhalten bleiben, indem sowohl Pixel-Sampling als auch Bewegungsvektoren der Game-Engine intelligenter genutzt werden. Idealerweise resultiert dies in einem Bild mit feineren Kanten und einer Reduzierung typischer Probleme wie Schimmern oder Ghosting. Unsere Tests bestätigen, dass DLSS 4.5 die Ecken und Kanten des Vorgängers glättet. Besonders bei schnellen Bewegungen wirkt das Bild merklich ruhiger und sauberer.

DLSS 4.5 führt zudem verschiedene Presets ein – K, M und L – die jeweils für unterschiedliche Upscaling-Szenarien optimiert sind. Preset K bleibt der Standard für DLAA sowie die Modi „Quality“ und „Balanced“, da es weniger Ressourcen verbraucht. Preset M, der Standard für den „Performance“-Modus, behebt Bildfehler bei moderaten Kosten. Preset L ist speziell für extremes Upscaling in „Ultra Performance“-Szenarien (wie 4K Ultra Performance) ausgelegt. Unsere Beobachtungen zeigen, dass Preset M insbesondere die Darstellung von Haaren verbessert und zusammen mit Preset L Highlights kräftiger wiedergibt als Preset K. Auf einer RTX 4080 Super in Kingdom Come: Deliverance 2 sorgte Preset M für eine leichte optische Aufwertung, besonders bei weit entfernten Objekten, trotz eines minimalen Performance-Verlusts von 55 fps auf etwa 49-50 fps.

Der Generationskonflikt: Wer profitiert, wer verliert?

An dieser Stelle wird die Geschichte von DLSS 4.5 kompliziert. Nvidias neueste Innovation ist kein universeller Segen; die Unterschiede in der Performance je nach GPU-Generation sind gravierend.

Die neue Garde: RTX 40 und 50 Serie

Für Besitzer einer Nvidia GeForce RTX 40 Serie verläuft der Übergang zu DLSS 4.5 weitgehend reibungslos. Wir konnten nur vernachlässigbare Performance-Unterschiede feststellen – im Maximum eine Abweichung der Framerate von 2,5 % im Vergleich zu DLSS 4. Diese Karten profitieren von der FP8-Präzisionsbeschleunigung, welche die höheren Rechenanforderungen des neuen Modells abfedert. Für diese Nutzer bietet Preset M oft die optimale Balance zwischen Qualität und Leistung, während Preset L in extrem fordernden Szenarien die maximale Performance herausholt.

Die Nvidia GeForce RTX 50 Serie ist das eigentliche Zielgebiet für DLSS 4.5. Während einige Anwender von Performance-Einbußen zwischen 10 und 20 % berichten, geht Nvidia dank FP8-Optimierung eher von moderaten 2 bis 3 % aus. Die RTX 50er-Reihe wird das volle Potenzial von DLSS 4.5 erst mit „Dynamic Multi-Frame Generation“ (MFG) und einem neuen 6X-MFG-Modus entfalten, der für das Frühjahr 2026 geplant ist. Dieses dynamische System kann bis zu fünf zusätzliche Frames pro gerendertem Frame erzeugen, passt sich in Echtzeit an die GPU-Leistung sowie die Bildwiederholrate an und arbeitet Hand in Hand mit NVIDIA Reflex Low Latency. Frühe Berichte von RTX 5070 Ti-Nutzern in Spielen wie Hogwarts Legacy oder Dying Light: The Beast beschreiben, dass sich „künstliche Frames mehr wie echte Frames anfühlen“, bei deutlich reduziertem Ghosting und stabilerem Gameplay. Eine RTX 5080 lieferte mit Preset M auf einem 4K-Ultrawide-Monitor exzellente Ergebnisse bei nur 3-5 % Leistungsverlust, während eine RTX 5090 die Bildqualität und Schärfe bei 4K durch 2x Frame Generation und DLAA spürbar verbesserte.

Die älteren Generationen: RTX 20 und 30 Serie

Hier liegt das große Problem. Die Nvidia GeForce RTX 20 und 30 Serien zeigen mit den neuen Transformer-Presets von DLSS 4.5 eine „erhebliche Unterperformance“. Community-Tests bestätigen „beträchtliche Performance-Einbrüche“ im Vergleich zu DLSS 4 Super Resolution. Da diesen älteren Architekturen die essenzielle FP8-Unterstützung fehlt, bricht die Leistung bei Nutzung der DLSS 4.5-Profile oft um 20 % oder mehr gegenüber DLSS 4.0 ein.

Das Erzwingen der Presets M oder L auf diesen Karten führt zu massiven Verlusten. So fiel eine RTX 2070 Super in Cyberpunk 2077 von 90 fps (Preset K) auf 62 fps (Preset M) und sogar 55 fps (Preset L). Ähnlich verhielt es sich bei einer RTX 3060 im DLAA-Test: 52 fps mit Preset K sanken auf 38 fps mit Preset L oder M. In Fortnite bei 3K-Auflösung stürzte eine RTX 3070 von 160-170 fps auf 90-95 fps mit Preset M ab. Für viele Nutzer der 30er-Serie erweist sich DLSS 4.5 als zu fordernd, weshalb etliche aufgrund der Performance-Probleme zu Preset K zurückkehren.

Die Nutzererfahrung: Navigation in der neuen Nvidia App

DLSS 4.5 wurde im Januar 2026 für alle RTX-Nutzer über Updates der Nvidia App und den Game Ready Treiber (Version 591.74) ausgerollt. Die Nvidia App bietet nun Override-Funktionen, mit denen Super-Resolution-Presets global oder pro Spiel festgelegt werden können. Die Option „Empfohlen“ weist dabei das passende Modell dem gewählten Qualitätsmodus zu (K für DLAA/Quality/Balanced, M für Performance, L for Ultra Performance).

Die Implementierung ist jedoch nicht fehlerfrei. Nvidia sollte deutlicher kommunizieren, dass DLSS 4.5 Super Resolution inkompatibel mit DLSS Ray Reconstruction ist. Ist Ray Reconstruction aktiv, greifen die DLSS 4.5 SR-Overrides nicht; stattdessen nutzt das Spiel das ältere, kombinierte Upscaling/Denoising-Modell. Dies sorgt für Verwirrung, da die Aktivierung von Ray Reconstruction die neuen DLSS 4.5 Presets faktisch deaktiviert. Wer in den Modus-Presets „Latest“ erzwingt, erhält standardmäßig Preset M, das sich jedoch nicht automatisch an den im Spiel gewählten DLSS-Modus anpasst. Nutzer müssen also das Preset-Kürzel manuell auf ihren gewünschten DLSS-Modus abstimmen, um zu verhindern, dass ein zu rechenintensives Modell erzwungen wird, wo es keinen Nutzen bringt oder sogar schadet.

Obwohl die Bildqualität generell verbessert wurde, sind die neuen Modelle nicht perfekt. Wir konnten Fälle von „überschärfter Optik“ und kleinere Rekonstruktionsfehler beobachten. In manchen Spielen können die neuen Modelle zudem Artefakte bei der Darstellung von Vegetation verstärken, was zu „sichtbarem und störendem Flackern“ führt. Für DLAA bei 1440p wird oft empfohlen, bei Preset K zu bleiben, da Preset M in einigen Titeln unruhige Kanten und Flimmern verursachen kann.

DLSS 4.5: Ein gezieltes Upgrade

DLSS 4.5 markiert einen technologischen Meilenstein in Nvidias Upscaling-Entwicklung und verschiebt die Grenzen dessen, was bei extrem niedrigen internen Auflösungen möglich ist. Spiele sind nun teilweise ab einer internen Auflösung von nur 20 % (entspricht 768x432 bei 4K-Ausgabe) spielbar – ein beeindruckender Beweis dafür, wie weit DLSS seit seinen unscharfen Anfängen gekommen ist. Wenn alles wie vorgesehen funktioniert, besonders mit den neuen Presets M und L, sind die Verbesserungen bei Bewegungsklarheit, Schärfe und Artefaktvermeidung deutlich sichtbar und willkommen.

Für Besitzer einer RTX 40er und insbesondere der RTX 50er Serie ist DLSS 4.5 ein attraktives Update. Es bietet überlegene Bildqualität bei minimalem bis gar keinem Leistungsverlust und bereitet den Boden für die Dynamic Multi-Frame Generation im Frühjahr. Wir empfehlen diesen Nutzern, mit den neuen Presets zu experimentieren, insbesondere mit Preset M für den Performance-Modus.

Für Besitzer der RTX 20er und 30er Serie ist die Situation weitaus weniger optimistisch. Der erhebliche Performance-Verlust von oft 20 % oder mehr im Vergleich zu DLSS 4.0 macht die neuen Transformer-Presets der zweiten Generation (M und L) weitgehend unbrauchbar. Diese Nutzer fahren besser damit, bei Preset K für die Modi Quality, Balanced und Performance zu bleiben oder sogar auf ältere DLSS 3-Versionen zu setzen, wenn die Framerate bereits am Limit ist. Die optischen Verbesserungen rechtfertigen den massiven Leistungsabfall in diesen Fällen nicht.

Die aktuelle Inkompatibilität mit DLSS Ray Reconstruction ist ein Manko, das Nvidia zügig beheben sollte – idealerweise durch eine klarere Kommunikation innerhalb der Nvidia App. Nutzer sollten nicht raten müssen, ob ihre bevorzugte Upscaling-Methode bei aktiviertem Raytracing überhaupt aktiv ist.

DLSS 4.5 unterstreicht Nvidias Innovationskraft im Bereich KI-Upscaling, zeigt aber gleichzeitig die wachsende Kluft zwischen der neuesten Hardware und älteren Generationen auf. Dieser Test hinterlässt uns beeindruckt vom Potenzial für zukünftige GPUs, aber vorsichtig bei einer pauschalen Empfehlung für alle bestehenden RTX-Nutzer.

Häufig gestellte Fragen

DLSS 4.5 ist für alle Nutzer von Nvidia GeForce RTX-GPUs verfügbar, einschließlich der 20er, 30er, 40er und 50er Serien. Die Karten der RTX 40- und 50-Serie bieten jedoch die beste Leistung aufgrund ihrer FP8-Präzisionsbeschleunigung, während älteren RTX 20- und 30-Serie-Karten diese Hardware fehlt und sie erhebliche Leistungseinbußen erleiden.

Das neue Transformer-Modell der zweiten Generation in DLSS 4.5 benötigt die fünffache Inferenz-Rechenleistung seines Vorgängers. Da RTX 30-Serie-Karten die wichtige FP8-Präzisionsunterstützung fehlt, erleben sie oft Leistungseinbrüche von 20 % oder mehr, wenn die neuen M- oder L-Presets verwendet werden.

Preset K ist der Standard für die Modi DLAA, Qualität und Ausgeglichen und bietet einen geringeren Overhead. Preset M ist für den Performance-Modus optimiert, um Artefakte zu beheben, während Preset L speziell auf starkes Upscaling in Ultra-Performance-Szenarien abgestimmt ist.

Benutzer müssen auf die Game Ready-Treiberversion 591.74 aktualisieren und die Nvidia App verwenden, um auf DLSS 4.5 zuzugreifen. Die App ermöglicht es, Super-Resolution-Modell-Presets global oder pro Spiel festzulegen, aber diese Überschreibungen funktionieren nicht, wenn DLSS Ray Reconstruction derzeit aktiv ist.

DLSS 4.5 verbessert die Bewegungsklarheit und reduziert Ghosting, was spielbare Bilder bei internen Auflösungen von nur 20 % ermöglicht. Einige Tests zeigen jedoch Fälle von überschärfter Optik, Rekonstruktionsfehlern und störendem Flackern bei der Darstellung von Vegetation.

Nvidia plant, im Frühjahr 2026 einen neuen „6X Dynamic Multi-Frame Generation“ (MFG)-Modus für GPUs der RTX 50-Serie einzuführen. Dieses dynamische System wird bis zu fünf zusätzliche Frames pro gerendertem Frame erzeugen, um die Stabilität zu erhöhen und sich an Echtzeit-Bildwiederholraten anzupassen.

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