GMKtec forciert seine globale Expansion mit dem NucBox K13 Mini-PC. Der kompakte Rechner setzt auf Intels neuesten Core Ultra 7 256V „Lunar Lake“ Prozessor und verspricht eine kombinierte KI-Leistung von beachtlichen 115 TOPS. Mit dem weltweiten Roll-out, der zwischen dem 31. Januar und dem 2. Februar 2026 stattfand, unterstreicht GMKtec den Anspruch, sich eine feste Position im wachsenden Markt der KI-gestützten PCs zu sichern.
Zum Verkaufsstart war die NucBox K13 zu einem Aktionspreis ab 669,99 US-Dollar für die Konfiguration mit 16 GB RAM und einer 512 GB SSD erhältlich. Da GMKtec bereits Preiserhöhungen nach dem 2. Februar aufgrund steigender Materialkosten angedeutet hat, bleibt abzuwarten, wie stabil sich die Preise entwickeln. Während wir davon ausgehen, dass sich die internationalen Preise am chinesischen Launch orientieren, sind wir angesichts des harten Wettbewerbs in diesem Segment skeptisch, was allzu drastische Preissprünge angeht.
Lunar Lake im Check: Effizienz-Wunder oder Leistungsgigant?
Das Herzstück der NucBox K13 ist der Intel Core Ultra 7 256V Prozessor aus der „Lunar Lake“ Serie 2. Dieser Chip der gehobenen Mittelklasse verfügt über 8 Kerne und 8 Threads und wird im fortschrittlichen N3B-Verfahren bei TSMC gefertigt. Mit einer Basisfrequenz von 2,2 GHz, einem Boost-Takt von bis zu 4,8 GHz für die P-Kerne sowie 3,7 GHz für die E-Kerne ist die CPU primär auf Effizienz getrimmt. Die konfigurierbare Leistungsaufnahme von 15 W bis maximal 37 W unterstreicht die Herkunft aus dem Mobilsektor, wo der Chip normalerweise in dünnen Laptops zum Einsatz kommt.
Intel positioniert Lunar Lake als stromsparende und dennoch konkurrenzfähige Lösung. Erste Benchmarks zeigen, dass der Core Ultra 7 256V bei der Single-Core-Performance rund 10 % vor dem Core Ultra 7 155U liegt und im Geekbench sogar den AMD Ryzen 7 8840HS (der eine höhere TDP von 28 W besitzt) hinter sich lässt. Bei der Multi-Thread-Leistung sieht es jedoch anders aus: Hier bewegt sich der Chip in etwa auf dem Niveau eines Apple M2 – ein Prozessor, der bereits über drei Jahre alt ist. Die NucBox K13 ist somit kein brachiales Performance-Monster, sondern eher ein hocheffizientes Arbeitstier für den Alltag.
Ihre wahre Stärke spielt die NucBox K13 bei der KI-Berechnung aus. Die integrierte Intel Arc 140V GPU liefert 64 TOPS, während die Intel AI Boost NPU weitere 47 TOPS beisteuert. Zusammen ergibt das eine Spitzenleistung von 115 TOPS. Damit übertrifft das Gerät die Anforderungen für Microsofts Copilot+ Standard (40+ NPU TOPS) bei weitem und eignet sich hervorragend für lokale KI-Anwendungen. Zum Vergleich: Der GEEKOM IT15 AI Mini-PC kommt auf 99 TOPS, während der Minisforum MS-S1 Max sogar 126 TOPS erreicht. GMKtec spielt hier also definitiv in der obersten Liga mit.
Auch grafisch macht die Intel Arc 140V einen deutlichen Sprung nach vorne. Als Nachfolger der Arc 8 iGPU soll sie moderne Spiele in 1080p bei angepassten Details flüssig darstellen. Tests bestätigen, dass Titel wie Ghost of Tsushima oder Baldur’s Gate 3 mit über 30 FPS, teilweise sogar 40 bis 60 FPS, spielbar sind. Zwar wird die GPU AMDs Top-Modelle wie die Radeon 890M nicht ganz vom Thron stoßen, für Gelegenheitsspieler bietet sie in einem Mini-PC jedoch eine attraktive Leistung.
Ein Wermutstropfen bleibt jedoch der Arbeitsspeicher: Die NucBox K13 ist mit 16 GB LPDDR5X-RAM (8533 MT/s) ausgestattet, der direkt auf dem Chip integriert ist. Dieses Lunar-Lake-typische Design bedeutet, dass der Nutzer den Speicher nicht nachträglich aufrüsten kann. 16 GB sind für viele Anwendungen ausreichend, doch für Power-User oder intensive KI-Workloads könnte dies in Zukunft zum Flaschenhals werden.
Design, Speicher und Konnektivität: Klein, aber oho
GMKtec setzt auf ein ultrakompaktes Design. Mit Abmessungen von 186 x 88 x 36,6 mm, einem Volumen von nur 600 ml und einem Gewicht von 523 g ist die NucBox K13 kleiner als viele Konkurrenzmodelle mit Lunar Lake. Das Kühlsystem besteht aus zwei Kupfer-Heatpipes und einem intelligent gesteuerten Lüfter in einem staubresistenten Gehäuse, um die Leistung auch unter Last stabil zu halten.
Positiv hervorzuheben ist die Flexibilität beim Massenspeicher: Das Gerät bietet zwei PCIe 4.0 M.2 2280 NVMe SSD-Slots und unterstützt eine Gesamtkapazität von bis zu 16 TB. Dass kein Platz für interne SATA-SSDs vorhanden ist, lässt sich verschmerzen, da NVMe ohnehin der aktuelle Standard ist.
Ein echtes Highlight ist die Konnektivität. Als erster Mini-PC von GMKtec verfügt die NucBox K13 über einen 5-Gigabit-Ethernet-Port (5 GbE), realisiert über einen RTL8126-Controller. In Zeiten schneller Glasfaseranschlüsse und leistungsfähiger NAS-Systeme bietet dies einen spürbaren Mehrwert gegenüber dem Standard-Gigabit-LAN. Drahtlos stehen Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.2 zur Verfügung. Auch wenn einige neuere Chips bereits Wi-Fi 7 unterstützen, ist man hier dennoch gut aufgestellt.
Die Anschlussvielfalt ist solide:
- Front: 2x USB 3.2 Gen 2 (10 Gbps), 3,5-mm-Audio, Power-Button.
- Rückseite: 2x USB4 (40 Gbps, unterstützt 100W PD 3.0, DP 1.4 für 4K@60Hz und eGPUs), 1x USB 2.0, 1x HDMI 2.1, 5G-LAN, DC-IN und ein Kensington-Lock.
Besonders die zwei USB4-Ports sind ein Pluspunkt, da sie nicht nur hohe Bandbreiten, sondern auch den Anschluss externer Grafikkarten (eGPU) ermöglichen. Zudem lassen sich bis zu drei 4K-Monitore gleichzeitig betreiben. Einziger Kritikpunkt: Ein USB 2.0 Port wirkt im Jahr 2026 etwas deplatziert. Das Gerät wird mit Windows 11 Pro ausgeliefert und unterstützt zudem Linux und Ubuntu.
Fazit: Preis-Leistungs-Verhältnis und Ausblick
Obwohl die NucBox K13 mit attraktiven Aktionspreisen von 669,99 $ (512 GB) bzw. 719,99 $ (1 TB) startete, liegen die offiziellen Listenpreise (MSRP) mit 899,99 $ und 949,99 $ deutlich höher. Potenzielle Käufer sollten daher genau prüfen, zu welchem Preis das Gerät aktuell angeboten wird.
Aus redaktioneller Sicht betrachten wir die Preisstrategie im Kontext von GMKtecs Ruf mit gemischten Gefühlen. Während die Hardware auf dem Papier überzeugt, gibt es in der Community immer wieder Berichte über Probleme bei der Lieferung, dem Kundenservice und der langfristigen Zuverlässigkeit. In der Preisregion der unverbindlichen Preisempfehlung konkurriert GMKtec direkt mit etablierten Marken wie Minisforum oder Geekom, die oft einen besseren Support bieten. Wer jedoch ein innovatives Gerät mit 5GbE und starker KI-Leistung sucht, sollte die NucBox K13 im Auge behalten – idealerweise dann, wenn sie im Angebot ist.
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