Apples M5 Pro & Max: Ein kleiner Schritt oder ein Blick in die Zukunft?
Apple bereitet Berichten zufolge den Start seiner M5 Pro und M5 Max System-on-a-Chip (SoC) Varianten vor, die bereits im März 2026 erscheinen könnten. Wir verfolgen diese Entwicklung mit Spannung, da diese Chips voraussichtlich die überarbeiteten 14-Zoll- und 16-Zoll-MacBook-Pro-Modelle in der ersten Jahreshälfte 2026 antreiben werden. Dies folgt auf das Basismodell des 14-Zoll MacBook Pro mit dem Standard-M5-Chip, das im Oktober 2025 debütierte. Während Mark Gurman von Bloomberg behauptet, dass diese neuen Pro-Modelle zusammen mit dem aktualisierten MacBook Air, Mac Studio und einem neuen Display „startklar“ seien, stellt sich die Frage, ob dies lediglich eine Übergangslösung vor größeren architektonischen Änderungen ist.
Die Strategie hinter Apples Silizium der nächsten Generation
Die kommenden Chips Apple M5 Pro und M5 Max sollen deutliche Sprünge bei der Leistung und Effizienz machen, doch die Details sind entscheidend. Die Chips werden vermutlich im N3P-Verfahren von TSMC gefertigt, einer 3-Nanometer-Technologie der dritten Generation. Dieses Verfahren bietet im Vergleich zur M4-Serie eine etwa 10 % bessere Effizienz und eine um 5 % höhere Geschwindigkeit. TSMC hat die Massenproduktion von N3P bereits im vierten Quartal 2024 gestartet, was zeitlich perfekt zu Apples Ambitionen für High-Performance-Computing passt.
Ein aktuelles Gerücht von Fixed Focus Digital auf Weibo deutet auf einen Launch im März 2026 hin. Besonders interessant ist die architektonische Neuerung: Die M5 Pro und M5 Max Chips sollen Berichten zufolge auf ein Design mit separaten CPU- und GPU-Blöcken oder „Tiles“ setzen. Diese Abkehr vom monolithischen Design wird auch als Grund für die verzögerte Veröffentlichung der Pro- und Max-Varianten nach dem Basis-M5 genannt. Für uns ist das ein spannendes Signal: Apple könnte hier den Grundstein für eine modularere und skalierbare Chip-Zukunft legen, was flexiblere Konfigurationen und Upgrades erleichtern würde.
Zusätzlich sollen diese Chips die SoIC-Technologie (System on Integrated Chip) von TSMC nutzen (speziell SoIC-MH). Diese Verpackungstechnologie zielt darauf ab, die Produktionskosten leicht zu senken und könnte Apple dabei helfen, die hohen Preise für DRAM-Speicher abzufedern. Wir bleiben jedoch skeptisch, wenn „Kostensenkung“ im Zusammenhang mit „fortschrittlicher Technologie“ genannt wird – meist landen diese Ersparnisse nicht im Geldbeutel der Endkunden.
Professionelle Anwender können zudem mit Thunderbolt 5 rechnen. Dies ist ein echtes Upgrade, da Thunderbolt 5 die Bandbreite von Thunderbolt 4 verdoppelt: Bis zu 80 Gbit/s bidirektional und sogar bis zu 120 Gbit/s für videointensive Aufgaben. Das bedeutet flüssiges Arbeiten mit mehreren 8K-Displays oder drei 4K-Monitoren bei hohen Bildwiederholraten. Auch externe SSDs erreichen damit nahezu interne Geschwindigkeiten, während Power Delivery bis zu 240W für leistungshungrige Workstations unterstützt wird.
Die Leistungssteigerungen werden auf 15 bis 25 % gegenüber den M4-Modellen geschätzt, einige Berichte sprechen sogar von bis zu 30 % – gepaart mit einem deutlich höheren KI-Durchsatz. Während der M4-Chip im Vergleich zum M3 bereits 23 % mehr Single-Core-Leistung zeigte, warten wir auf unabhängige Benchmarks für den M5 Pro/Max. Der M5 Pro wird voraussichtlich mindestens 48 GB RAM und zwei 6K-Displays unterstützen, während der M5 Max bis zu 128 GB RAM (oder mehr), 8 TB Speicher und bis zu vier externe Displays befeuern könnte.
Das M5 MacBook Pro: Bewährtes Design, verbesserte Technik
Die neuen MacBook-Pro-Modelle in 14 und 16 Zoll werden die M5 Pro und Max Chips beherbergen, bleiben aber optisch wohl identisch. Die bewährte Mini-LED-Displaytechnologie und das Kühlsystem mit zwei Lüftern bleiben erhalten. Wer auf ein neues Design, OLED-Displays oder Kamera-Upgrades gehofft hat, muss sich wohl bis zur M6-Generation gedulden. Dies wirft die Frage auf, ob ein Release im März 2026 mit minimalen äußeren Änderungen ausreicht, um den Markt zu begeistern – zumal das M6 MacBook Pro bereits im Oktober 2026 erscheinen könnte.
Dennoch gibt es interne Verbesserungen zu erwarten:
- Wahrscheinlich schnellere SSD-Performance.
- Höhere Speicherbandbreite.
- Unterstützung für Wi-Fi 7 und Bluetooth 6.
- Auslieferung mit macOS 26.3, das Fokus auf Stabilität und eine verbesserte Siri-KI legt.
Der Sprung auf Wi-Fi 7 ist bedeutend, da es einen wesentlich höheren Datendurchsatz und geringere Latenzen im Vergleich zu Wi-Fi 6E bietet, insbesondere in Umgebungen mit vielen Geräten. Theoretisch sind Geschwindigkeiten von bis zu 46 Gbit/s möglich, allerdings hängt der reale Nutzen stark von kompatiblen Routern ab, die gerade erst den Markt erreichen.
Hier ist die Übersicht der erwarteten Preise für die neuen MacBook-Pro-Modelle (U.S.-Basis):
Markt Realität und Apples Roadmap: Wird das Lager geräumt?
Das Timing dieser Modelle fällt mit Lieferverzögerungen bei aktuellen M4 Pro und M4 Max Konfigurationen zusammen, die teilweise bis in den März 2026 reichen. Dies führt zu Spekulationen, dass Apple Bestände abbaut, um Platz für die neue Generation zu schaffen. In Foren wie Reddit äußern Nutzer bereits ihren Frust über diese langen Wartezeiten, insbesondere bei High-End-Konfigurationen des M4 Max.
Frühere Gerüchte deuteten auf einen Launch am 28. Januar 2026 hin, passend zum Release des „Apple Creator Studio“-Softwarepakets. Während das Softwarepaket tatsächlich erschien (mit Abos für Final Cut Pro und Logic Pro), blieben neue MacBooks aus. Dies unterstreicht einmal mehr, wie spekulativ Launch-Termine sind.
Obwohl Details noch variieren können, zeigt der M5 Pro/Max Apples Fokus auf Effizienz für Profis. Wenn jedoch Mark Gurmans Berichte stimmen und das M6 MacBook Pro mit OLED und Touch-Funktionen bereits Ende 2026 erscheint, könnten Käufer des M5-Modells ihren Kauf sehr schnell bereuen. Der M5 wirkt in diesem Kontext eher wie ein „Zwischenschritt“ auf dem Weg zur großen Hardware-Revolution.
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