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Steam Machine Comeback: Warum Valves 8GB-VRAM-Entscheidung ein Risiko ist

Steam Machine Comeback: Warum Valves 8GB-VRAM-Entscheidung ein Risiko ist
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Inhaltsverzeichnis

Das SteamOS 3.8.0 Preview-Update, das intern unter dem Codenamen „Second Clutch“ läuft, ist da. Ein spezifischer Eintrag in den Patchnotes wirkt dabei wie ein Geist aus der Vergangenheit: die initiale Unterstützung für die Steam Machine. Wer sich an den ursprünglichen Versuch im Jahr 2015 erinnert, das Wohnzimmer zu erobern, verbindet den Namen oft mit gescheiterten Versprechen. Doch im Jahr 2026 haben sich die Vorzeichen geändert. Valve wirft nicht mehr länger Linux-basierte PCs gegen die Wand, um zu sehen, was hängen bleibt; das Unternehmen baut nun an einem einheitlichen Ökosystem, in dem die Hardware endlich mit den Ambitionen Schritt hält.

Dieses Update ist mehr als nur ein Wink in Richtung neuer Hardware. Es signalisiert einen massiven technischen Wandel für SteamOS, der alles von der Eingabelatenz bis hin zur Kompatibilität mit Handhelds von Drittanbietern verbessert. Gleichzeitig wirft der Schatten globaler Lieferketten erste Fragen über diese Entwicklungen auf.

Die Wiedergeburt des „Companion Cube“

Die neue Steam Machine, von Valve als eine Art „Companion Cube“ im Konsolenformat beschrieben, ist ein kalkuliertes Risiko. Während das Steam Deck bewiesen hat, dass Valve Handhelds beherrscht, ist das Wohnzimmer ein anderes Kaliber. Basierend auf den 3.8.0-Patchnotes und internen Zielvorgaben nimmt das Profil dieser Maschine langsam Form an:

Wir halten die Wahl einer 8-GB-Grafikkarte für den umstrittensten Punkt. Obwohl Valve in diesem Update „Verbesserungen für das Management von diskretem GPU-Videospeicher“ einführt, um die Leistungslücke zwischen SteamOS und Windows zu schließen, fühlen sich 8 GB VRAM für ein Gerät, das 2026 auf den Markt kommt, sehr knapp an. In unseren Tests haben wir gesehen, dass 8-GB-Karten unter Linux bei hochauflösenden Texturen oft an ihre Grenzen stoßen. Valves Fokus auf Software-Optimierung könnte diese Lücke zwar überbrücken, aber sie gehen hier ein hohes Risiko ein.

Die KI-Steuer und verzögerte Ambitionen

Das eigentliche Problem im Raum ist der globale Mangel an Speicherchips. Da KI-Rechenzentren derzeit jeden verfügbaren RAM-Riegel aufsaugen, spürt auch Valve den Druck. Wir haben kürzlich beobachtet, dass die Steam Deck LCD- und OLED-Modelle immer wieder vergriffen sind, und die Steam Machine leidet bereits unter dieser Realität.

Offiziell visiert Valve eine Veröffentlichung in der ersten Hälfte des Jahres 2026 an, doch die 3.8.0-Vorschau kommt inmitten von Gerüchten über eine Verschiebung gegen Ende des Jahres. Die Tatsache, dass BIOS-Updates für das Deck (v133 für LCD, v114 für OLED) weiterhin im Fokus stehen, deutet darauf hin, dass sich die Hardware der Steam Machine noch in der Verfeinerungsphase befindet. Sollte Valve nicht genügend 32-GB-RAM-Module zu einem vernünftigen Preis sichern können, könnte die Steam Machine eher als exklusives Nischenprodukt statt als der erhoffte Massenmarkt-Konsolenkiller erscheinen.

SteamOS: Nicht mehr nur für das Deck

Die Ausweitung des Supports für Drittanbieter-Geräte ist ein entscheidenderer Wendepunkt im 3.8.0-Update als Valves eigene Hardware. Wir erleben hier den Aufbau einer „Windows-lite“-Zukunft, in der SteamOS zur Standardwahl für die gesamte Handheld-Industrie wird.

Das „Second Clutch“-Update bringt spezifische Fixes und Unterstützung für:

  • ASUS: ROG Ally und Ally X
  • Lenovo: Legion Go-Serie (ein Legion Go 2-Modell soll gerüchteweise im Juni direkt mit SteamOS erscheinen)
  • MSI: Claw
  • Alternative Handhelds: GPD Win 5/Mini, OrangePi NEO und Anbernic Win600

Durch den Wechsel auf den Linux-Kernel 6.16 und KDE Plasma 6.4.3 modernisiert Valve das Fundament. Die Umstellung auf Wayland als Standard im Desktop-Modus ist ein mutiger Schritt, der die Skalierung bei mehreren Monitoren löst – ein altes Ärgernis für alle, die ihr Deck gedockt nutzen. Allerdings könnten dadurch ältere Legacy-Apps, die auf X11 angewiesen sind, Probleme bereiten.

Die vielleicht beeindruckendste technische Leistung ist die Reduzierung der Controller-Eingabelatenz. Der Sprung von 5-8 ms auf 100-500 us ist ein riesiger Gewinn für kompetitive Spieler. Wir glauben, dass dieser Fokus auf das Spielgefühl Valve von dem „Brute-Force“-Ansatz Windows-basierter Handhelds abhebt.

Das Hibernation-Dilemma

Für aktuelle Besitzer eines Steam Decks ist das Highlight die vorläufige Unterstützung für den Ruhezustand (Hibernation) beim LCD-Modell. Bisher ist der Sleep-Modus des Decks ein Glücksspiel für den Akku. Wenn man es drei Tage liegen lässt, ist das Gerät oft leer. Hibernation speichert den Systemzustand auf der SSD und sollte es theoretisch ermöglichen, ein Spiel über Wochen pausiert zu lassen.

Im aktuellen Preview-Status ist diese Funktion jedoch noch launisch. Sie erscheint noch nicht einmal im Standard-Energiemenü, sondern erfordert einen Ausflug in die Entwicklereinstellungen. Es ist enttäuschend, dass das OLED-Modell – das eigentliche Flaggschiff – vorerst außen vor bleibt, obwohl Valves Fokus auf die „Memory Power Down“-Modi des LCD-Modells zeigt, dass sie versuchen, die Lebensdauer der älteren Hardware zuerst zu verlängern.

TTEK2 Urteil

Unsere Einschätzung: Das SteamOS 3.8.0 Update beweist, dass Valve sich auf eine Zukunft jenseits des Handhelds vorbereitet. Indem sie den Grundstein für die Steam Machine legen und die Tore für Drittanbieter wie Lenovo öffnen, bauen sie eine echte Alternative zum Windows-Monopol im PC-Gaming auf.

Dennoch bleiben wir skeptisch, was die Hardware-Balance der Steam Machine angeht. Ein Ziel von 32 GB RAM gepaart mit einer 8-GB-GPU wirkt wie eine Maschine, die gleichzeitig komplexe Kalkulationen und niedrig aufgelöste Texturen verarbeiten kann, statt ein echtes 4K-Kraftpaket zu sein. Wenn Sie ein Steam Deck besitzen, bleiben Sie vorerst im Stable-Channel; der Preview-Bug, der den Update-Kanal zurücksetzt, ist nervig, und der Ruhezustand ist noch nicht reif für den Alltag.

Wichtige Erkenntnisse:

  • Für Steam Deck LCD-Besitzer: Warten Sie auf den Stable-Release von 3.8.0 für Hibernation und Bluetooth-Wake-Fixes; es wird das Erlebnis im Dock deutlich verbessern.
  • Für potenzielle Käufer: Rechnen Sie damit, dass die Preise für die Steam Machine aufgrund der RAM-Knappheit höher ausfallen könnten als gedacht.
  • Für Technik-Begeisterte: Der Wechsel zu Wayland und Kernel 6.16 macht SteamOS zu einem wesentlich solideren Desktop-Betriebssystem für diejenigen, die ihr Deck als PC-Ersatz nutzen.

Häufig gestellte Fragen

Der PC im Konsolen-Stil verfügt über 16 GB RAM und eine 8 GB AMD Radeon RX 7600-GPU. Er wird von der AMD Zen 4- oder 5-Architektur angetrieben und ist für Gaming im Wohnzimmer in 1080p und 1440p konzipiert.

Valve strebt offiziell eine Veröffentlichung in der ersten Hälfte des Jahres 2026 an, obwohl interne Gerüchte auf eine mögliche Verspätung bis zum Jahresende hindeuten. Die Preise werden voraussichtlich höher sein als von vielen erwartet, was auf einen weltweiten Mangel an Speicher- und Storage-Chips zurückzuführen ist.

Das Update bietet spezifische Fehlerbehebungen und Unterstützung für die ASUS ROG Xbox Ally-Serie, die Lenovo Legion Go-Serie und den MSI Claw. Es unterstützt auch alternative Geräte wie den GPD Win 5/Mini, OrangePi NEO und Anbernic Win600.

Der Ruhezustand speichert den Systemzustand direkt auf der SSD, wodurch ein Spiel über Wochen hinweg pausiert bleiben kann, ohne den Akkuverbrauch, der mit dem Standard-Standby-Modus verbunden ist. Aktuell ist diese Funktion nur für das LCD-Modell verfügbar und muss über die Entwicklereinstellungen aktiviert werden.

Das Update konzentriert sich auf die Reaktionsfähigkeit, indem die Eingabelatenz des Controllers von 5–8 ms auf 100–500 µs reduziert wird. Zudem hilft der Wechsel auf den Linux-Kernel 6.16 und Wayland als Standard dabei, Skalierungsprobleme bei Multi-Monitor-Setups zu beheben, wenn die Geräte angedockt sind.

Die Steam Machine verfügt über eine dedizierte GPU, während das Steam Deck OLED eine integrierte RDNA 2-Grafik nutzt; beide Geräte bieten 16 GB RAM. Während das Deck für portables Gaming in 800p gebaut ist, zielt die Steam Machine auf höhere Auflösungen von 1080p oder 1440p für das Wohnzimmer ab.

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