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MacBook Neo im Test: Das 599-Dollar-MacBook und der Preis des Verzichts

MacBook Neo im Test: Das 599-Dollar-MacBook und der Preis des Verzichts
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Mit einem Preis von 599 US-Dollar ist das neue MacBook Neo der günstigste Laptop, den Apple je auf den Markt gebracht hat. Doch dieser attraktive Einstiegspreis erkauft sich der Nutzer mit einer Liste an Einschränkungen, die selbst bei günstigen Chromebooks für Erstaunen sorgen würden. Das am 4. März 2026 angekündigte und seit dem 11. März 2026 erhältliche Gerät soll offensichtlich das in die Jahre gekommene M1 MacBook Air als Standardwahl für Studenten und Gelegenheitsnutzer ablösen.

Durch die Zweitverwertung des A18 Pro Chips aus dem iPhone 16 Pro hat Apple ein Gerät geschaffen, das sich bei kurzen Aufgaben zwar flink anfühlt, unter der Last von modernem Multitasking jedoch schnell an seine Grenzen stößt. Wir haben das Neo zwei Wochen lang getestet, um herauszufinden, ob der niedrige Preis die massiven Hardware-Kompromisse rechtfertigt.

Ein Premium-Gehäuse mit Budget-Seele

Auf den ersten Blick wirkt das MacBook Neo keineswegs wie ein Billiggerät. Das Vollaluminium-Gehäuse wiegt lediglich 1,2 kg und fühlt sich genauso robust an wie ein MacBook Air. Apple bietet es in vier Farben an, wobei unser Testmodell in "Citrus" ein echter Chamäleon-Effekt innewohnt: Je nach Lichteinfall changiert die Farbe zwischen Limettengrün und einem matten Gold.

Um den Preispunkt von 599 US-Dollar (bzw. 499 US-Dollar für Studenten) zu erreichen, hat Apple jedoch radikal den Rotstift angesetzt. Das Apple-Logo auf dem Deckel besteht aus tiefgeprägtem Aluminium statt aus poliertem Edelstahl, wie man es von den Pro-Modellen kennt. Im Inneren ist die Tastatur farblich auf das Gehäuse abgestimmt, verzichtet jedoch komplett auf eine Hintergrundbeleuchtung. Im Jahr 2026 einen Laptop ohne beleuchtete Tasten auszuliefern, ist eine fast schon bizarre Entscheidung, die spätabendliche Lernsessions oder E-Mails im Dunkeln unnötig erschwert.

Auch das Tippgefühl stieß in unserem Team auf geteilte Meinungen. Im Vergleich zum knackigen Feedback des MacBook Air wirken die Tasten des Neo schwammig und dünn. Das Trackpad ist ein weiterer Kritikpunkt: Statt der bekannten haptischen Force-Touch-Technologie verbaut Apple hier ein mechanisches Trackpad. Man kann zwar überall auf der Fläche klicken, doch das Resultat ist ein lautes, klackendes Geräusch, das eher an einen günstigen Windows-Laptop von vor fünf Jahren erinnert als an einen modernen Mac.

iPhone-Technik trifft auf macOS Tahoe

Das Neo ist der erste Mac, der sich von den Chips der M-Serie verabschiedet und stattdessen auf den A18 Pro setzt. Auf dem Papier ist dies ein Kraftpaket für mobile Endgeräte, doch innerhalb eines Laptops unter macOS Tahoe fällt das Urteil gemischt aus.

Bei Single-Core-Aufgaben schlägt der A18 Pro den ursprünglichen M1-Chip sogar, wodurch sich Webbrowsing und Textverarbeitung extrem reaktionsschnell anfühlen. Die 6-Kern-CPU fällt jedoch bei Multi-Core-Anwendungen zurück. Erschwerend kommen die 8 GB gemeinsamer Arbeitsspeicher hinzu, die weiterhin nicht aufrüstbar sind. Wer dreißig Chrome-Tabs offen hat, gleichzeitig Musik streamt und ein Foto bearbeitet, wird schnell gegen eine Wand fahren.

Auch die SSD-Geschwindigkeiten liegen mit Spitzenwerten um 1700 MB/s deutlich unter dem Niveau des MacBook Air. Dies führt zu spürbar längeren Wartezeiten beim Starten großer Apps oder beim Kopieren von Dateien.

Cnet
8.0/10
Gut
Kritiker
The Verge
9/10
Solide
Kritiker
TechRadar
3.5/5
Gemischt
Kritiker
Digital Trends
8.2/10
Empfohlen
Kritiker

Das Display und die "Anschluss-Steuer"

Das 13,0-Zoll Liquid Retina Display ist hell und scharf genug für Netflix-Inhalte, verzichtet aber auf den großen P3-Farbraum und die True-Tone-Technologie, die sonst bei jedem Mac Standard ist. Den meisten Nutzern wird dies kaum auffallen, doch für hobbymäßige Bildbearbeitung fehlen die gewohnte Farbtreue und Anpassungsfähigkeit.

Frustrierend wird es bei der Konnektivität. Das Neo verfügt über zwei USB-C-Anschlüsse, von denen jedoch nur einer hohe Datengeschwindigkeiten unterstützt. Der andere ist auf USB-2.0-Niveau (480 Mbps) gedrosselt. Apple hat in macOS Tahoe sogar Software-Warnungen integriert, die den Nutzer darauf hinweisen, wenn ein schnelles Laufwerk am langsamen Port angeschlossen wurde. In einer Ära, in der 10 Gbps Standard sind, wirken 480 Mbps fast wie eine technische Beleidigung.

Zudem fehlt MagSafe komplett. Man muss einen der beiden USB-C-Ports zum Laden verwenden, wobei das mitgelieferte 20W-Netzteil quälend langsam arbeitet. Im Vergleich zu einem Air mit 30W- oder 35W-Adapter dauert der Ladevorgang beim Neo deutlich länger.

100 Dollar Aufpreis für Basisfunktionen

Apples Marketing mit dem 599-Dollar-Preis ist effektiv, doch das Basismodell ist eine geschickte Falle. Wer Touch ID nutzen möchte – eine Funktion, die seit Jahren Standard bei Macs ist –, muss 100 Dollar zusätzlich für das Modell mit 512 GB Speicher bezahlen. Bei 699 US-Dollar wirkt das Neo dann weniger wie ein Schnäppchen, sondern eher wie ein überteuertes iPad mit fest verbauter Tastatur.

MacBook Neo vs. MacBook Air (M1/M2/M3)

Die Wahl zwischen Preiswert und Frustrierend

Das MacBook Neo ist ein kompliziertes Gerät. Es bietet einen so günstigen Einstieg in das Apple-Ökosystem wie nie zuvor. Für Eltern, die einen ersten Laptop für ihre Kinder suchen, wird der Preis von 599 US-Dollar oft das einzige kaufentscheidende Argument sein. Die 1080p-Webcam und die Akkulaufzeit von 16 Stunden bei Videowiedergabe sind zudem echte Highlights, die viele Windows-Konkurrenten in dieser Preisklasse alt aussehen lassen.

Für alle anderen Nutzer sind die Kompromisse jedoch hart. Die fehlende Tastaturbeleuchtung, das klapprige mechanische Trackpad und der erzwungene Aufpreis für Touch ID hinterlassen das Gefühl eines Geräts, das den Nutzer so lange nerven soll, bis er doch mehr Geld ausgibt. Wir empfehlen das Neo nur, wenn das Budget strikt unter 600 US-Dollar liegt. Findet man ein generalüberholtes MacBook Air zum gleichen Preis, sollte man zum Air greifen – es bleibt in fast jeder Hinsicht der bessere Computer.

Abschließende Empfehlung: Ideal für Schüler oder Großeltern, die nur einen Browser benötigen. Alle anderen sollten 200 Dollar mehr sparen und sich ein Air zulegen.

Häufig gestellte Fragen

Das MacBook Neo beginnt bei 599 $ für das Basismodell, aber Studierende können es gegen Vorlage eines Studierendenausweises für 499 $ erwerben. Wenn Touch ID und 512 GB Speicherplatz enthalten sein sollen, steigt der Preis auf 699 $.

Im Gegensatz zum MacBook Air fehlt der Tastatur des MacBook Neo jegliche Hintergrundbeleuchtung und die Tasten fühlen sich dünn und schwammig an. Das Neo verwendet zudem ein laut mechanisches Trackpad anstelle der haptischen Force-Touch-Technologie, die bei anderen Mac-Modellen zum Einsatz kommt.

Der A18 Pro Chip übertrifft den ursprünglichen M1 bei Single-Core-Aufgaben wie dem Surfen im Internet, aber seine 6-Kern-CPU fällt bei der Multi-Core-Leistung zurück. Das Multitasking wird zudem durch die 8 GB nicht aufrüstbaren gemeinsamen Arbeitsspeicher (Unified Memory) und die langsameren SSD-Geschwindigkeiten von 1700 MB/s eingeschränkt.

Das Gerät verfügt über zwei USB-C-Anschlüsse, aber nur einer davon unterstützt Hochgeschwindigkeitsdaten, während der andere auf USB-2.0-Geschwindigkeiten von 480 Mbit/s begrenzt ist. Es gibt keinen MagSafe-Anschluss, sodass Benutzer über einen USB-C-Anschluss mit dem mitgelieferten 20-W-Netzteil laden müssen.

Nein, dem 13,0-Zoll Liquid Retina Display fehlen der große P3-Farbraum und die True-Tone-Technologie. Während es für allgemeine Anwendungen wie das Anschauen von Filmen geeignet ist, bietet es nicht die Farbgenauigkeit, die für die hobbymäßige Fotobearbeitung erforderlich ist.

Der Artikel empfiehlt das Neo für Studierende oder Nutzer, die nur einen Browser benötigen, rät aber allen anderen dazu, zusätzliche 200 $ für ein MacBook Air zu sparen. Ein generalüberholtes MacBook Air gilt als die bessere Wahl, da es das Neo in jeder wesentlichen Hinsicht übertrifft.

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