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Die nächste Xbox kommt 2027: AMD-Chefin gibt Ausblick auf neue Hardware

Die nächste Xbox kommt 2027: AMD-Chefin gibt Ausblick auf neue Hardware
Kurzzusammenfassung
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Inhaltsverzeichnis

Die nächste Xbox-Generation: Ein Horizont für 2027 inmitten von Marktturbulenzen

Die Zukunft von Xbox nimmt langsam Gestalt an. Den bisher deutlichsten Hinweis auf den Zeitplan lieferte Lisa Su, CEO von AMD, während der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des vierten Quartals 2025 am 3. Februar 2026. Su erklärte, dass die Entwicklung für Microsofts kommende Konsole „gut voranschreite“ und darauf ausgerichtet sei, „einen Marktstart im Jahr 2027 zu ermöglichen“. Dies ist der erste konkrete Anhaltspunkt für ein Veröffentlichungsfenster der Hardware, die für Microsofts Ambitionen im Gaming-Sektor entscheidend sein wird.

Obwohl die Aussagen von AMD für Aufsehen sorgen, ist gegenüber der Formulierung „einen Launch unterstützen“ eine gewisse Skepsis angebracht. Es handelt sich hierbei nicht um eine verbindliche Zusage seitens Microsoft, sondern vielmehr um die Bestätigung der Einsatzbereitschaft von AMD als wichtigstem Technologiepartner. Dieser Spielraum ist angesichts der unvorhersehbaren Natur der Konsolenentwicklung und der aktuellen wirtschaftlichen Lage durchaus vernünftig. Microsoft selbst hat bisher kein offizielles Datum bestätigt.

Eine „Premium“-Vision durch Co-Engineering: AMD bleibt das Herzstück

Die langjährige Zusammenarbeit mit AMD, die bereits die Xbox One und die Xbox Series Konsolen antreibt, wird auch die nächste Xbox-Generation prägen. Eine im Juni 2025 formalisierte „strategische mehrjährige Partnerschaft“ zielt speziell darauf ab, maßgeschneiderte Chips für verschiedene Geräte zu entwickeln, einschließlich der kommenden Konsole. Dies festigt das Beinahe-Monopol von AMD als Chiplieferant für nahezu alle wichtigen Plattformen, von der PlayStation 5 über die aktuellen Xbox-Modelle bis hin zur künftigen PlayStation 6 und Valves Steam Machine.

Offizielle Details sind zwar noch Mangelware, doch geleakte Dokumente aus dem Rechtsstreit FTC gegen Microsoft – von denen Microsoft behauptet, sie entsprächen nicht mehr den aktuellen Plänen – deuteten auf eine ambitionierte Maschine hin. Die Leaks sprachen von einem maßgeschneiderten AMD-Prozessor (SoC) mit Navi 5-Grafik und Zen 6- sowie Zen 6c-CPU-Kernen. Auch die Untersuchung von Unterschieden zwischen ARM64- und x64-Architekturen war Thema. Xbox-Präsidentin Sarah Bond beschrieb die Konsole als ein „hochwertiges Premium-Erlebnis“, was auf einen hybriden Ansatz zwischen Konsole und PC hindeutet. Jason Ronald, VP für Xbox Gaming Devices, verspricht zudem „transformative“ KI-gestützte Features für das Gameplay.

Diese Vision eines „Hybrid-Systems“ spiegelt einen wachsenden Markttrend wider. Die Grenzen zwischen dedizierten Konsolen und vielseitigen PCs verschwimmen zunehmend, wie der Erfolg des Steam Decks zeigt. Für Spieler könnte dies mehr Flexibilität bedeuten, doch der reale Nutzen „transformativer“ KI bleibt abzuwarten. Während KI bereits für smartere NPCs und prozedurale Generierung genutzt wird, wirkt das Versprechen vorerst wie ein Marketing-Schlagwort, das erst noch durch handfeste Beweise untermauert werden muss.

Der geleakte Fahrplan deutete zudem auf ein „Tape-out“ des Chips Anfang 2026 hin, während erste Dev-Kits Ende 2026 oder Anfang 2027 an Entwickler verschickt werden könnten. Parallel dazu arbeiten Microsoft und AMD an der nächsten Generation von Xbox Cloud Gaming-Servern, was das anhaltende Investment in die Cloud-Infrastruktur unterstreicht.

AMDs dominierende Stellung im Gaming-Ökosystem

Die strategische Position von AMD ist unbestreitbar. Das Unternehmen ist nicht nur die treibende Kraft hinter Xbox, sondern liefert auch die Hardware für Sonys nächste Konsole, die PS6. Zudem war eine neue Steam Machine von Valve mit AMD-Chip für Anfang 2026 geplant, wobei jüngste Berichte auf mögliche Verzögerungen hindeuten. Mit der Einführung der ROG Xbox Ally Handhelds Ende 2025 hat Microsoft zudem die Reichweite von AMD im mobilen Sektor weiter ausgebaut.

Diese Projekte unterstreichen AMDs kritische Rolle als Quasi-Monopolist für Kernkomponenten im Konsolenmarkt. Während dies die Einnahmen von AMD sichert, stellt sich die Frage, ob der Mangel an direktem Wettbewerb bei Konsolen-Chips langfristig die Innovation bremsen könnte – zumal die Gewinnmargen in diesem Bereich traditionell niedriger sind als im PC-Sektor.

Der beschwerliche Weg für Xbox: Finanzielle Realität und Vertrauensverlust

Die Aussicht auf einen Launch im Jahr 2027 fällt in eine für die Xbox-Sparte schwierige Zeit. Der Ergebnisbericht für das zweite Quartal 2025 zeichnete ein ernüchterndes Bild:

  • Rückgang der Hardware-Umsätze: Der Umsatz mit Xbox-Hardware brach im Jahresvergleich um 32 % ein, was primär auf niedrigere Verkaufszahlen zurückzuführen ist. Dieser Trend hält bereits seit 2024 an.
  • Gesamtumsatz im Gaming: Auch der gesamte Gaming-Umsatz von Microsoft sank im gleichen Zeitraum um 9 %.
  • Düstere Prognose: Für das dritte Quartal rechnet Microsoft mit einem weiteren Rückgang der Hardware-Einnahmen, eine baldige Kehrtwende ist nicht in Sicht.

Die Zahlen verdeutlichen den harten Konkurrenzkampf. Die Xbox Series X|S wurde massiv von der PlayStation 5 abgehängt. Bis Dezember 2025 verkaufte Sony weltweit 89,44 Millionen Einheiten, während Xbox bei 34,17 Millionen lag. Das entspricht einem Marktanteil von 72,4 % für PlayStation gegenüber 27,6 % für Xbox.

Zusätzlich belasteten Preiserhöhungen im Jahr 2025 die Beziehung zur Community. Der Preis für den Xbox Game Pass Ultimate stieg drastisch um 50 % von 19,99 $ auf 29,99 $ pro Monat. Die Reaktionen fielen verheerend aus. Kritiker wie der ehemalige Blizzard-Präsident Mike Ybarra warfen Microsoft vor, Profitprobleme auf die Konsumenten abzuwälzen.

Erschwerend kamen massive Entlassungswellen bei den Xbox Game Studios hinzu – die vierte große Kündigungsrunde seit der 68,7 Milliarden Dollar schweren Übernahme von Activision Blizzard. Tausende Arbeitsplätze fielen weg, Projekte wurden eingestellt und Studios geschlossen.

Trotz dieses Gegenwinds hält CEO Satya Nadella an der Strategie fest, Spiele über Xbox, PC und Cloud auf „jedes Gerät“ zu bringen. Dieser „Xbox Everywhere“-Ansatz soll die Abhängigkeit von reinen Konsolenverkäufen verringern. Ob diese Strategie und die Vision einer Premium-Konsole im Jahr 2027 ausreichen werden, um das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen und die sinkenden Hardware-Zahlen aufzufangen, bleibt eine der spannendsten Fragen der Branche.

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