Meine Lesezeichen

Saros enthüllt: Housemarques Antwort auf die Härte von Returnal

Saros enthüllt: Housemarques Antwort auf die Härte von Returnal
Kurzzusammenfassung
Click to expand
Inhaltsverzeichnis

Housemarque, das renommierte Studio hinter dem ebenso gnadenlosen wie faszinierenden Roguelike Returnal, hat im Rahmen des PlayStation State of Play Events am 12. Februar 2026 einen ausführlichen Blick auf sein neuestes Projekt Saros gewährt. Der Titel soll am 30. April 2026 exklusiv für PlayStation 5 und PlayStation 5 Pro erscheinen. Saros versteht sich als spiritueller Nachfolger, der die bekannte Bullet-Hell-Roguelike-Formel weiterentwickelt und dabei eine zugänglichere, aber dennoch gleichermaßen herausfordernde Erfahrung anstrebt.

Die umfassende Gameplay-Präsentation zeigte einen Titel, der unverkennbar die Handschrift von Housemarque trägt: frenetische Third-Person-Action und beeindruckende Projektilmuster, die Fans bereits erwarten. Gleichzeitig signalisierte das Gezeigte jedoch eine deutliche Abkehr hin zu einer breiteren Zielgruppe durch signifikante Änderungen an der Progression, der Erzählweise und der spielerischen Freiheit.

Carcosa erwartet euch: Ein storygetriebenes Roguelike

Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Arjun Devraj, einem Soltari-Enforcer, der vom Schauspieler Rahul Kohli (bekannt aus Midnight Mass und The Fall of the House of Usher) verkörpert wird. Arjun untersucht eine verschollene Kolonie auf dem lebensfeindlichen, sich ständig verändernden Planeten Carcosa. Allein diese erzählerische Entscheidung unterscheidet Saros sofort von der isolierten und rätselhaften Protagonistin in Returnal. Housemarque setzt diesmal verstärkt auf eine ausgebaute Story und strebt laut eigenen Angaben eine „emotionale und kraftvolle Charakterstudie“ an. Diese entfaltet sich durch Sprachausgabe, Zwischensequenzen, atmosphärische Audiologs und Dialoge mit verschiedenen NPCs im zentralen Hub, dem sogenannten „Passage“.

Diese tiefere narrative Integration markiert eine wichtige Evolution. Während die Geschichte von Returnal zwar gelobt wurde, war ihre langsame und fragmentierte Erzählweise nicht jedermanns Sache. Saros versucht, eine bodenständigere, charakterzentrierte Handlung zu bieten, was Spieler ansprechen könnte, die von der erzählerischen Zweideutigkeit und dem hohen Schwierigkeitsgrad des Vorgängers abgeschreckt wurden. Wir glauben, dass der Fokus auf Arjun Devraj und das Geheimnis der herannahenden Sonnenfinsternis einen stärkeren Anreiz bieten könnte, die unerbittlichen Herausforderungen von Carcosa durchzustehen.

Die Evolution des Roguelike-Loops: Weniger Bestrafung, mehr Macht

Die wohl bemerkenswerteste Änderung in Saros – und sicherlich ein Thema für viele Diskussionen – ist der neue Ansatz bei der Charakterprogression. Einige der unbarmherzigsten Elemente aus Returnal wurden gestrichen und durch Systeme ersetzt, die darauf ausgelegt sind, nach jedem unvermeidlichen Tod „stärker zurückzukehren“.

Wichtige Gameplay-Änderungen in Saros

Die Armor Matrix ermöglicht es Spielern, ihre Enforcer-Rüstung dauerhaft zu verbessern und Attribute wie Rüstungsintegrität oder Energiekapazität anzupassen. Diese direkte Feedbackschleife bedeutet, dass die Mühe in einem Durchlauf zu greifbaren Vorteilen im nächsten führt – ein wichtiger psychologischer Faktor in einem Genre, das auf Wiederholung basiert. Wir erwarten, dass dies für diejenigen ein Segen sein wird, die das komplette Zurücksetzen nach dem Tod in Returnal als zu demoralisierend empfanden.

Noch weitreichender sind die Carcosan Modifiers. Dieses System erlaubt es Spielern, die Herausforderung aktiv zu steuern: „Protection Modifiers“ senken den Schwierigkeitsgrad (z. B. durch Reduzierung des erlittenen Schadens), während „Trial Modifiers“ ihn erhöhen (z. B. durch aggressivere Gegner). Diese Anpassungsmöglichkeit ist eine klare Reaktion auf die Zugänglichkeitsdebatten rund um Returnal und stellt eine große Abkehr dar. Während Puristen argumentieren könnten, dass dies die Roguelike-Formel verwässert, sehen wir darin einen klugen Schachzug, um die Reichweite des Spiels zu vergrößern, ohne Housemarques Kerndesign aufzugeben. Eine Anzeige sorgt dabei für die Spielbalance und verhindert, dass das Erlebnis zu trivial wird.

Trotzdem behält Saros die Essenz eines Housemarque-Spiels bei. Die Entwickler betonen, dass es weiterhin „fordernd und Bullet-Hell-artig“ bleibt und Spieler immer noch „erwartet werden zu sterben und aus ihren Fehlern zu lernen“. Zudem gibt es weiterhin keine echten Speicherpunkte; stattdessen ist ein „Suspend Cycle“-Feature geplant, um den Fortschritt mitten im Run zu pausieren. Dies ist zwar eine Verbesserung gegenüber dem ursprünglichen Launch von Returnal, doch wir fragen uns, ob eine Pausen-Option ausreicht für Spieler, die sich echte Beständigkeit innerhalb eines Runs wünschen.

Kampf, Korruption und eine drohende Sonnenfinsternis

Das Kampfsystem wirkt gewohnt geschmeidig und explosiv, wobei die adaptiven Trigger des DualSense-Controllers für ein differenziertes Waffenfeeling sorgen. Arjuns fortschrittlicher Kampfanzug erlaubt agile Dashes, Nahkampfangriffe und Sprünge, was das vielfältige Arsenal aus menschlichen Soltari-Waffen und außerirdischer Carcosa-Technologie wie der Soltari Phosphorous Shotgun ergänzt. Der Soltari-Schild, der durch Halten von R1 aktiviert wird, blockt nicht nur Angriffe, sondern absorbiert auch gegnerische Energie, was in der verheerenden Carcosan Power Weapon gipfelt. Dieser aufgeladene Angriff transformiert Arjuns rechten Arm, lässt ihn enorme Schäden austeilen, korrumpiert ihn dabei jedoch gleichzeitig.

Die „Eclipse“-Mechanik steht im Mittelpunkt und transformiert Carcosa dynamisch. Während dieser Phasen verzerrt sich die Umgebung durch Korruption, Gegner werden aggressiver und sogar Waffen sowie Artefakte können beeinflusst werden. Feinde feuern dann gelbe, korrumpierte Projektile ab, welche die maximale Rüstungsintegrität dauerhaft senken – eine Bedrohung, die nur durch den Einsatz der Power-Waffe bereinigt werden kann. Das Sounddesign, unterlegt mit einem Score aus Dark-Electronic und Drone-Metal vom zweifachen Grammy-Gewinner Sam Slater, verzerrt sich synchron zur Welt und lässt die Spieler tief in die bedrohliche Atmosphäre eintauchen. Diese dynamischen Herausforderungen lassen vermuten, dass sich kein Durchlauf gleicht, was den Wiederspielwert massiv erhöht.

Editionen und Preise: Eine vertraute Strategie

Saros wird im PlayStation Store für 69,99 € in der Standard Edition angeboten. Eine Digital Deluxe Edition für 79,99 € ist rein digital erhältlich und bietet einen 48-stündigen Vorabzugang (Spielstart am 28. April) sowie vier kosmetische Rüstungssets. Diese Sets beinhalten die Hands of Shore-Rüstung (ebenfalls ein Vorbestellerbonus, inspiriert von Death Stranding), die Astra-Rüstung (angelehnt an Selene Vassos aus Returnal), die Onryo-Rüstung (im Stil von Ghost of Tsushima) und die Midgard-Rüstung (basierend auf Kratos’ Look aus den modernen God of War-Teilen). Wer zur physischen Version greift, kann das Digital-Deluxe-Upgrade separat erwerben. Der 48-Stunden-Vorabzugang ist ein bekanntes Mittel, um Deluxe-Käufe anzukurbeln, aber die rein kosmetische Natur der Rüstungen stellt sicher, dass es keine spielerischen Vorteile gegen Geld gibt.

Die Entwicklung des Spiels wurde massiv unterstützt. Laut Housemarque-CEO Ilari Kuittinen wurde Saros erst durch die Übernahme des Studios durch Sony im Juni 2021 möglich, mit einem Budget im „zweistelligen Millionenbereich“. Dies spiegelt Sonys Vertrauen in die Marke Housemarque wider. Bei der Entwicklung halfen zudem Nixxes Software, die PlayStation Studios Creative Arts Teams und XDev, was die kooperative Kraft innerhalb der PlayStation Studios unterstreicht.

Saros: Housemarques sich entwickelnde Identität

Saros ist ein klares Statement für Housemarque. Es zeigt ein selbstbewusstes Studio, das nun mit der Rückendeckung von Sony bereit ist, seine bewährte Formel weiterzuentwickeln. Indem sie die Kritikpunkte an der Zugänglichkeit und Erzähltiefe von Returnal aufgreifen, ohne die High-Octane-Action und die visuelle Brillanz aufzugeben, schickt sich Saros an, die Fangemeinde zu vergrößern.

Die permanente Progression und die Carcosan Modifiers sind entscheidende Weiterentwicklungen für das Roguelike-Genre. Sie ebnen mehr Spielern den Weg, den Nervenkitzel des exzellenten Gameplays von Housemarque zu erleben. Das Fehlen echter Speicherpunkte könnte für einige zwar weiterhin ein Kritikpunkt sein, doch das Gesamtpaket, das auf dem State of Play präsentiert wurde, deutet auf eine akribisch ausgearbeitete Erfahrung hin, die auf vergangenen Erfolgen aufbaut. Für die PlayStation 5 verspricht Saros ein weiteres Exklusivhighlight zu werden, das technische Grenzen verschiebt (das Gameplay wurde mit 60fps auf der PS5 aufgezeichnet) und die Immersion des Controllers nutzt. Wir sind gespannt, ob Carcosa das Beste aus beiden Welten bieten kann: eine unerbittliche Herausforderung und einen packenden Grund, immer wieder zurückzukehren.

Kommentare

Leseeinstellungen
Schriftgröße
Vergleichstabelle