Playground Games und die Xbox Game Studios haben den Vorhang für Forza Horizon 6 gelüftet – und die ersten Details stimmen uns vorsichtig optimistisch. Das sehnsüchtig erwartete Open-World-Rennspiel soll offiziell im Mai 2026 an den Start gehen. Damit findet das beliebte Horizon-Festival endlich in Japan statt – einem Schauplatz, den sich die Community seit Jahren wünscht. Die Ankündigung erfolgte im Rahmen des gestrigen Xbox Developer Direct Showcase, der einen vielversprechenden, wenn auch kurzen Blick auf das neue Setting und einige Kernfeatures gewährte.
Der sechste Hauptteil der gefeierten Forza Horizon-Reihe verspricht nichts Geringeres als die bisher größte und dichteste offene Welt der Seriengeschichte. Zwar haben wir solche Versprechungen schon früher gehört, doch das Potenzial von Japans vielfältigen Biomen, den riesigen urbanen Gebieten und den anspruchsvollen Passstraßen in den Bergen hat definitiv unsere Aufmerksamkeit geweckt.
Wann wir die Straßen Japans unsicher machen
Der Release von Forza Horizon 6 erfolgt Mitte Mai gestaffelt über verschiedene Plattformen. Während wir den Multiplattform-Ansatz begrüßen, könnten die unterschiedlichen Veröffentlichungstermine innerhalb des Xbox-Ökosystems und der PC-Stores – ganz zu schweigen vom deutlich späteren Start auf der PlayStation 5 – zu Beginn für eine gewisse Fragmentierung der Spielerbasis sorgen.
Die Day-One-Verfügbarkeit der Standard Edition im Game Pass Ultimate und PC Game Pass bleibt ein wichtiges Argument für Abonnenten, die so sofortigen Zugriff auf das Hauptspiel erhalten.
Editionen und die Kosten für den Eintritt
Forza Horizon 6 wird in drei verschiedenen Editionen sowie als separates Premium-Upgrade erhältlich sein. Die Preisstruktur orientiert sich an modernen AAA-Titeln, lässt uns jedoch kurz innehalten.
Die Premium Edition kostet fast doppelt so viel wie das Basisspiel und richtet sich klar an Hardcore-Fans, die Vorabzugang und sämtliche Zusatzinhalte wollen. Kritisch sehen wir jedoch das Premium-Upgrade für 59,99 EUR für Game-Pass-Nutzer oder Besitzer der Standard Edition. Für einen Season Pass und einige Boni noch einmal fast den Vollpreis zu verlangen, ist ein Trend in der Industrie, der sich selten wirklich kundenfreundlich anfühlt.
Willkommen bei Horizon Japan: Mehr als nur eine schöne Aussicht?
Entwickelt von Playground Games mit Unterstützung der Turn 10 Studios, katapultiert Forza Horizon 6 die Spieler direkt nach Japan. Die ersten Reaktionen auf das Japan-Setting waren überwältigend positiv. Die Entwickler versprechen eine „unerreichte Vertikalität und abwechslungsreiche Landschaften“. Wir sind besonders gespannt, wie die geschäftigen Viertel von Tokio City – die angeblich fünfmal größer sein sollen als Guanajuato in Forza Horizon 5 – mit der Ruhe des Mount Fuji, der Weite von Hokkaido und den verschneiten Alpenregionen harmonieren.
Das Progressionssystem beginnt klassisch: Als Tourist arbeitet man sich durch Horizon-Qualifiers hoch, um Armbänder zu verdienen und schließlich zur „Horizon-Legende“ aufzusteigen, was den Zugang zur exklusiven Legenden-Insel freischaltet. Das klingt nach dem vertrauten Horizon-Loop, doch der Fokus auf die authentische japanische Autokultur, JDM-Klassiker und spezielle Touge-Duelle könnte für frischen Wind sorgen. Dass der 2025 GR GT Prototype und der 2025 Toyota Land Cruiser die Cover-Autos zieren, unterstreicht den Fokus auf moderne japanische Ikonen.
Interessant wirkt das neue Collection Journal, das von japanischen Stempelbüchern inspiriert wurde. Dies könnte die Erkundung der Welt motivierender gestalten als das bloße Zerstören von Bonustafeln. Auch die Rückkehr von kaufbaren Häusern und Garagen ist erfreulich. Besonders „The Estate“, wo Spieler in einem Bergtal bauen können, bietet Potenzial für kreative Freiheit – sofern diese Gebäude einen echten Nutzen haben und nicht nur kosmetischer Natur sind.
Neue Features & Verbesserungen: Ein Blick ins Detail
Forza Horizon 6 bringt eine Reihe von Updates mit, die fast jeden Aspekt des Spiels betreffen.
Der Fahrzeugkatalog & die neue „R-Klasse“
Mit über 550 Fahrzeugen zum Launch ist die Auswahl gewohnt groß. Spannend ist das Versprechen eines „komplett überarbeiteten Katalogs für besseres Balancing“. In der Vergangenheit wurden bestimmte Klassen oft von wenigen Meta-Autos dominiert; eine echte Neuausrichtung wäre hier ein großer Gewinn. Die neue R-Klasse wurde speziell für rennstreckenorientierte Fahrzeuge eingeführt, um High-Performance-Rennen klarer abzugrenzen. Ein nettes Detail: Man kann nun „Aftermarket-Autos“ in Auffahrten entdecken, um sie Probe zu fahren oder vergünstigt zu kaufen.
Tiefere Anpassungsmöglichkeiten
Die Individualisierung wurde punktuell verbessert. Optimierte Forza-Aerodynamik, lackierbare Scheiben, neue Bodykits für ausgewählte Wagen und die Möglichkeit, Front und Heck unterschiedlich zu gestalten, bieten den Spielern mehr Werkzeuge zur Personalisierung – ein Kernaspekt der Horizon-Erfahrung.
Audio-Immersion
Ein Rennspiel steht und fällt mit dem Sound. Hier verspricht Playground Games remasterte Motorengeräusche, verbesserte Oberflächeninteraktionen und eine neue Akustik-Modellierung. Die Integration von Triton Acoustics, einem objektbasierten räumlichen Hallsystem, soll eine Klangkulisse schaffen, die dynamisch auf die Umgebung reagiert.
Die Evolution des Soundtracks
Passend zum Setting soll der Soundtrack der bisher vielfältigste der Reihe sein und auch japanische Künstler featuren. Wir hoffen, dass die Musikauswahl die lokale Kultur widerspiegelt und die Festival-Atmosphäre auf ein neues Level hebt.
Optimierungen am Mehrspielermodus
Der Multiplayer wird um mehrere Funktionen erweitert:
- Horizon CoLab: Ein erweitertes EventLab-Tool, das den gemeinsamen Bau von Strecken mit bis zu 12 Spielern ermöglicht.
- Car Meets: Nahtlose Treffen in der geteilten Welt, um Designs zu präsentieren oder Autos direkt zu kaufen.
- Drag Meets: Drag-Rennen für 12 Spieler ohne Ladezeiten oder Matchmaking direkt in der offenen Welt.
- Time Attack Circuits: Strecken mit saisonalen Ranglisten für Convoy-Mitglieder und Einzelspieler.
Diese Ergänzungen zielen darauf ab, Barrieren abzubauen und die Interaktion zwischen den Spielern organischer zu gestalten.
Technische Details & Barrierefreiheit
Forza Horizon 6 wurde entwickelt, um die aktuelle Hardware auszureizen. Erweitertes Raytracing, unbegrenzte Bildraten und 4K-Grafik auf dem PC (unterstützt durch NVIDIA DLSS, AMD FSR und XeSS) sollen für eine beeindruckende Optik sorgen.
Hervorzuheben sind die neuen Barrierefreiheits-Optionen. Ein Annäherungsradar, AutoDrive und ein anpassbarer Hochkontrast-Modus ergänzen bestehende Features wie Gebärdensprache-Unterstützung. Das zeigt ein ernsthaftes Engagement, das Spiel einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.
Das Spiel unterstützt Cross-Play und Cross-Save zwischen PC und Konsole. Besonders erfreulich: Erstmals in der Serie wird Cross-Save auch zwischen der Xbox-Version und Steam unterstützt. Dank Xbox Play Anywhere sind digitale Käufe im Microsoft Store auf beiden Plattformen (Konsole und PC) nutzbar.
Vorbestellung und wichtige Hinweise
Wer Forza Horizon 6 vorbestellt, erhält den exklusiven, vorgetunten Ferrari J50. Wie immer raten wir jedoch zur Vorsicht bei Vorbestellungen, bis die finale Qualität des Spiels feststeht.
Beachten Sie, dass für den Online-Mehrspieler auf Konsolen ein entsprechendes Game-Pass-Abonnement erforderlich ist. Zudem sind die Steam- und PlayStation 5-Versionen eigenständige Produkte und nicht Teil von Xbox Play Anywhere. Ein kritischer Punkt für die PC-Community: Laut den Community-Richtlinien erlaubt Forza Horizon 6 keinerlei Modifikationen der Spieldateien auf dem PC. Während dies Cheating verhindern soll, wird es Modding-Fans in der Open-World-Community enttäuschen. Das Spiel hat eine ESRB-Einstufung von "Everyone to Teen" erhalten.
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