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Control Resonant enthüllt: Dylan Faden und das surreale Chaos im Manhattan von 2026

Control Resonant enthüllt: Dylan Faden und das surreale Chaos im Manhattan von 2026
Kurzzusammenfassung
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Inhaltsverzeichnis

Remedy Entertainment präsentierte das langersehnte Sequel Control Resonant während des PlayStation State of Play Events am 12. Februar 2026. Damit gewährte das Studio tiefere Einblicke in die surreale Action und die komplexe Handlung des Titels, der noch in diesem Jahr erscheinen soll. Während der erste Teil durch seine brutalistische Architektur und die paranormalen Geheimnisse innerhalb des "Oldest House" bestach, scheint Resonant bereit zu sein, dieses Chaos auf die Straßen eines völlig verzerrten Manhattans loszulassen. Dieser Schritt verändert sowohl den Fokus als auch die Dimensionen der Serie grundlegend. Die Veröffentlichung ist für 2026 geplant.

Dylan Faden tritt ins Rampenlicht (oder ins Dunkel)

Die größte Neuerung im Vergleich zum Vorgänger ist der Wechsel des Protagonisten. Die Spieler erleben die sich entfaltende Krise nun durch die Augen von Dylan Faden, dem Bruder der ursprünglichen Heldin Jesse Faden. In der Geschichte wird Dylan damit beauftragt, die Menschheit vor einer Realität verbiegenden kosmischen Entität zu retten, die die Grenzen des Oldest House durchbrochen hat und nun Manhattan Stück für Stück zerreißt. Laut Lead Gameplay Designer Sergey Mohov, dessen neuestes Videomaterial während des State of Play debütierte, spiegelt dieser Perspektivwechsel eine bewusste narrative Entscheidung wider, die das Gameplay und die Erzählweise grundlegend verändert.

Für die Spieler bedeutet das, in die Rolle eines Charakters zu schlüpfen, der bereits von Beginn an mit einzigartigen paranormalen Fähigkeiten ausgestattet ist. Dylans Reise ist als Erkundung der Außenwelt konzipiert und konzentriert sich auf die weitreichenden Auswirkungen des Ausbruchs, anstatt sich auf die labyrinthartigen Innenräume zu beschränken. Dies bietet eine frische Sichtweise auf eine vertraute, wenn auch völlig entstellte Welt.

Manhattan: Ein entfesselter geophysikalischer Albtraum

Der Schauplatz des Spiels ist ein zentrales Merkmal. Anstatt der kontrollierten, sich ständig verschiebenden Innenräume des Federal Bureau of Control (FBC) versetzt Control Resonant die Spieler in ein Manhattan, das "von jenseitigen Kräften neu geformt wurde, welche die Realität aktiv auseinanderbrechen". Das Spiel verzichtet auf eine klassische Open-World-Struktur und setzt stattdessen auf eine Reihe "großer, eigenständiger und weitläufiger Zonen", die mit Nebenaktivitäten, versteckten Begegnungen und optionalen Entdeckungen gefüllt sind.

Dieser Ansatz ermöglicht eine kuratierte und dennoch expansive Erfahrung. Die in den Gameplay-Szenen gezeigte "West Incursion Zone" verdeutlicht dieses Design: Die Architektur faltet sich in sich selbst zusammen und die Schwerkraft verhält sich unberechenbar. Durch diese Umweltveränderungen kann Dylan seine übernatürlichen Fähigkeiten nutzen, um Bereiche zu durchqueren, die keinen physikalischen Regeln mehr folgen – etwa in sogenannten Schwerkraftanomalien, in denen sich die Orientierung komplett dreht. Navigation wird dadurch zu einer ebenso großen Herausforderung wie der Kampf selbst und erhebt die Interaktion mit der Umgebung über bloßes Beiwerk hinaus.

Das Aberrant und die Resonants: Ein neuer Kampffluss

Auch das Kampfsystem in Control Resonant hat eine deutliche Evolution erfahren. Dylan führt das "Aberrant", eine formwandelnde Nahkampfwaffe, die verschiedene Gestalten wie einen Hammer, Klingen, eine Sense oder Fäuste annehmen kann. In Kombination mit seinen paranormalen Kräften ermöglicht dies eine sehr flexible Herangehensweise an die Gefechte.

Die wohl interessanteste Neuerung sind die namensgebenden "Resonants" – mächtige Bossgegner, die Überreste korrumpierter Individuen darstellen. Der Sieg über diese gefährlichen Feinde ist der primäre Weg für Dylan, sein übernatürliches Arsenal zu erweitern, da jeder besiegte Resonant eine brandneue Kampffähigkeit freischaltet. Diese Mechanik verknüpft den narrativen Fortschritt direkt mit der Charakterentwicklung. Während der erste Teil stark auf Fernkampf und telekinetische Würfe setzte, scheint Resonant einen deutlich dynamischeren, nahkampforientierten Stil mit größerem Umfang zu verfolgen. Dieser Wandel könnte die Attraktivität des Spiels steigern, auch wenn Fans der eher atmosphärischen Erzählweise des Originals darin eine Abweichung sehen könnten.

Remedys Wagnis als Publisher und die finanziellen Einsätze

Abseits des Gameplays unterstrich der State of Play Showcase indirekt auch Remedys weitreichende geschäftliche Entscheidungen. Nachdem das Studio im Februar 2024 die vollständigen Rechte an der Control-Serie für 17 Millionen Euro von 505 Games zurückgekauft hat, fungiert Remedy nun bei Control Resonant selbst als Publisher. Annapurna Pictures beteiligt sich im Rahmen einer Partnerschaft an der Finanzierung und Produktion. Dies ist ein strategischer Meilenstein für Remedy, um die volle kreative und finanzielle Kontrolle über eine ihrer wertvollsten Marken zu behalten.

Der kalkulierte Break-even-Point für Control Resonant wird auf 3 bis 4 Millionen verkaufte Einheiten geschätzt. Diese Marke setzt Remedy unter erheblichen Druck, ein Produkt abzuliefern, das ein breites Publikum anspricht und gleichzeitig die einzigartige Identität bewahrt, die den ersten Teil zu einem Kritikerliebling machte. Der Schritt zum Self-Publishing spiegelt das Vertrauen in das Franchise und die Vision eines vernetzten "Remedy-Universums" wider, das bereits Verbindungen zur Alan Wake-Serie aufweist. Mit größerer Kontrolle geht jedoch auch ein höheres Risiko einher, weshalb die Vermarktung und der Post-Launch-Support genau beobachtet werden dürften.

TTEK2s Ausblick

Der Auftritt von Control Resonant beim State of Play im Februar 2026 war ein klares Statement: Remedy gibt sich nicht damit zufrieden, den gefeierten Vorgänger einfach nur zu wiederholen. Durch den Protagonistenwechsel zu Dylan Faden, den Schauplatz in einem sich dynamisch verzerrenden Manhattan und ein flüssigeres, nahkampfbasiertes Kampfsystem geht das Studio kalkulierte Risiken ein, um die Reichweite der Marke zu vergrößern. Besonders fasziniert sind wir von dem "geophysikalischen Albtraum" Manhattans und der Art und Weise, wie Dylans Kräfte die Fortbewegung zu einem integralen Bestandteil des Erlebnisses machen.

Die Ambition ist in jedem Aspekt spürbar, vom innovativen Umgebungsdesign bis hin zur verfeinerten Kampfmechanik. Unsere größte Sorge bleibt, dass der Fokus auf mehr Action die dichte Atmosphäre und das Gefühl des unheimlichen Schreckens, die das ursprüngliche Control ausmachten, nicht verwässert. Diesen Spagat zu meistern, wird entscheidend sein. Wenn es Remedy gelingt, seine charakteristische narrative Tiefe mit dieser kühneren Vision zu vereinen, könnte Control Resonant mühelos zu einem der denkwürdigsten Titel des Jahres 2026 werden. Für die Spieler bedeutet dies: Bereitet euch auf einen völlig neuen, aber faszinierenden Sturz in das übergeschwappte Chaos des Oldest House vor.

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