Nach einer Phase, in der Intel-Arc-Nutzer durch eine komplette Hardwaresperre ausgesperrt waren, hat Pearl Abyss nun endlich die Tür einen Spalt weit geöffnet. Der Entwickler veröffentlichte heute, am 23. März 2026, das Update v.1.00.03. Damit verschwindet die Fehlermeldung „graphics device is currently not supported“, die Intels dedizierte und integrierte GPUs bisher effektiv von Crimson Desert ausgeschlossen hatte.
Die Patchnotizen lassen vermuten, dass das Spiel nun spielbar ist, doch für Besitzer einer Arc-Grafikkarte bleibt die Realität kompliziert. Es häufen sich Berichte, dass das Spiel zwar startet, aber von einem flüssigen Erlebnis weit entfernt ist. Nutzer klagen über fehlerhaftes Rendering, massive Performance-Einbrüche sowie Blue- oder White-Screen-Bugs, die häufig ein Zeichen für nicht optimierte Treiber sind.
Pearl Abyss revidiert Haltung zum Intel-Support
Die Situation rund um den Intel-Support war für einen so prominenten Release ungewöhnlich chaotisch. Vor diesem Update ging Pearl Abyss sogar so weit, Intel-Arc-Nutzern schlichtweg zu einer Rückerstattung zu raten. Diese Position wurde nun revidiert, wobei sich der Entwickler für die „Verwirrung“ bezüglich der Hardware-Kompatibilität entschuldigte.
Dieser Kurswechsel folgt auf deutliche öffentliche Kommentare seitens Intel. Der Chiphersteller enthüllte kürzlich, dass man Pearl Abyss über Jahre hinweg Engineering-Ressourcen, frühe Hardware-Muster und Support bei der Validierung angeboten habe – von den ursprünglichen Alchemist-Karten bis hin zur neuen Battlemage-Reihe und der Panther-Lake-Grafik. Laut Intel wurden diese Angebote anfangs jedoch nicht angenommen.
Die plötzliche Veröffentlichung von v.1.00.03 deutet auf eine Verschiebung der Prioritäten hin. Crimson Desert hat sich bereits über 2 Millionen Mal verkauft und steht derzeit an der Spitze der Steam-Bestseller-Charts. Einen wachsenden Teil des GPU-Marktes – insbesondere Nutzer von Lunar-Lake- und Panther-Lake-Handhelds oder Laptops – komplett auszusperren, entwickelte sich zunehmend zum PR-Risiko für das Studio.
Der Performance-Graben: Intel vs. Nvidia und AMD
Während Intel-Nutzer gerade erst versuchen, das Spiel überhaupt zum Laufen zu bringen, genießen Besitzer von Nvidia- und AMD-Hardware bereits ein deutlich reiferes Feature-Set. Crimson Desert wurde sichtlich als Vorzeigetitel für die neuesten Technologien der „großen Zwei“ entwickelt, was Intels XeSS vorerst im Schatten stehen lässt.
Der Kontrast ist besonders bei der RTX 50-Serie spürbar, die 4x Frame Generation nutzt, um die anspruchsvolle Grafik des Spiels zu bewältigen. Im Gegensatz dazu berichten selbst Nutzer der neuen Intel Arc B580, dass das Spiel aufgrund von Rendering-Artefakten und Systemabstürzen faktisch unspielbar bleibt.
Der steinige Weg zur Arc-Unterstützung
Wer die Rückerstattung in der Hoffnung auf Besserung bisher hinausgezögert hat, sieht im heutigen Update einen ersten Schritt nach vorne – eine echte Lösung ist es jedoch noch nicht. Die Hardwaresperre ist zwar aufgehoben, aber die notwendige Optimierung für Intels Architektur steckt offensichtlich noch mitten im Prozess.
Abseits der GPU-Probleme kämpft die Community noch mit einigen spielmechanischen Eigenheiten. Die Kritiken, wie etwa die 8/10 von GamingBolt, fielen allgemein positiv aus, doch Spieler kritisieren lautstark die komplexe Konsolensteuerung, das Fehlen permanenter Reittiere sowie Bugs im Zusammenhang mit Drachen-Cooldowns und dem Interface.
Vorerst sollten Intel-Nutzer vorsichtig bleiben. Pearl Abyss hat noch keinen offiziellen Zeitplan für ein finales Optimierungs-Update genannt.
Aktuelle Empfehlungen für Intel-Nutzer:
- Start-Test: Wenn Sie das Spiel bereits besitzen, sollte v.1.00.03 zumindest den Zugriff auf das Hauptmenü ermöglichen.
- Rückgabefrist beachten: Das zweiwöchige Rückgabefenster von Steam bleibt die sicherste Option. Sollten die Grafikfehler innerhalb dieser Zeit nicht behoben werden, könnte der ursprüngliche Rat von Pearl Abyss zur Rückerstattung am Ende doch der sinnvollste Weg sein.
- Treiber im Auge behalten: Angesichts der Vorgeschichte wird ein passender Grafiktreiber von Intel vermutlich eine ebenso große Rolle spielen wie die Patches des Spieleentwicklers selbst.
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