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AMD FSR 4.1: KI-Upscaling "Redstone" kommt exklusiv für RDNA 4

AMD FSR 4.1: KI-Upscaling "Redstone" kommt exklusiv für RDNA 4
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Mit der Veröffentlichung des FidelityFX SDK v2.2 hat AMD konkretisiert, wie die künftige Trennung der Upscaling-Funktionen zwischen aktueller und älterer Hardware aussehen wird. Im Zentrum des Updates steht "FSR Redstone" – ein Software-Paket, das FSR Upscaling 4.1, Frame Generation 4.0 sowie Ray Regeneration 1.1 umfasst.

Obwohl die Versionsnummer "4.1" nach einem kleinen Schritt klingt, ist der technologische Wandel dahinter fundamental. Es handelt sich um die erste FSR-Version, die auf derselben neuronalen Netzwerkarchitektur basiert wie Sonys PlayStation Spectral Super Resolution (PSSR 2), entwickelt unter dem Codenamen "Project Amethyst". Für PC-Nutzer hat dieser KI-gestützte Ansatz jedoch einen Haken: Die ML-basierten (Machine Learning) Funktionen sind exklusiv der neuen RDNA-4-Serie (Radeon RX 9000) vorbehalten.

Die vier Säulen von FSR Redstone

AMD verabschiedet sich von der einfachen Bezeichnung "FSR 4" und setzt stattdessen auf eine unterteilte Suite. Die SDK-Dokumentation nennt vier Kerntechnologien, die Redstone bilden:

  • FSR Upscaling 4.1: Ein aktualisiertes Inferenzmodell, das Bildrauschen reduzieren und die Schärfe bei bewegten Objekten verbessern soll.
  • FSR Frame Generation 4.0: Die neueste Iteration von AMDs Zwischenbildberechnung.
  • FSR Ray Regeneration 1.1: Ein direktes Konkurrenzprodukt zu Nvidias Ray Reconstruction, das darauf abzielt, Raytracing-Reflektionen und Beleuchtungseffekte zu optimieren.
  • Radiance Caching 0.9: Eine technische Vorschaufunktion zur Verbesserung der globalen Beleuchtung (Global Illumination).

Die wichtigste praktische Neuerung ist der Wechsel zu einer DLL-basierten Architektur über die Datei . Bisher mussten Spieleentwickler Patches veröffentlichen, um FSR zu aktualisieren. Die neue Struktur erlaubt nun Updates auf Treiberebene, wodurch Nutzer potenziell von besserer Bildqualität in älteren Spielen profitieren können, ohne auf offizielle Spiele-Updates warten zu müssen.

Hardware-Anforderungen und die KI-Kluft

Der entscheidende Aspekt dieses Releases ist die Spaltung der Radeon-Nutzerbasis. Während AMD bisher dafür bekannt war, FSR für alle Hardware-Anbieter offen zu halten, zieht Redstone eine klare Grenze.

Besitzer älterer Karten, wie der RX 7000- und RX 6000-Serie, werden nicht völlig im Regen stehen gelassen, erhalten aber keinen Zugriff auf die neuen ML-Modelle. Stattdessen bietet das SDK "analytische Fallback-Modi" unter der Bezeichnung FSR 3.1.5 an. Diese nutzen die traditionellen, nicht-KI-basierten Upscaling-Pfade für Architekturen, denen die spezifischen KI-Beschleuniger der RDNA-4-Generation fehlen.

Auch softwareseitig steigen die Anforderungen. Für die volle Suite ist Windows 11 sowie eine GPU erforderlich, die Shader Model 6.7 unterstützt, was wiederum das DirectX 12 Agility SDK 1.710.2 voraussetzt.

Performance in der Praxis und Qualitätsfragen

Interne Tests von AMD versprechen für die Radeon RX 9070 XT eine durchschnittliche Performance-Steigerung um den Faktor 3,5 bei 4K-Auflösung, sofern das komplette Redstone-Paket aktiv ist. Erste Analysen von Drittanbietern deuten jedoch darauf hin, dass der Rückstand auf Nvidia noch nicht vollständig aufgeholt wurde. Ein Bericht von TechSpot stellt fest, dass FSR 4.1 zwar die Rekonstruktion von Details – etwa bei feiner Vegetation – verbessert, in Sachen Bildstabilität aber weiterhin hinter Nvidias DLSS 4.5 zurückbleibt.

Auf Treiberseite liefert die Adrenalin Edition 26.3.1 die nötige Unterstützung für diese Funktionen sowie Optimierungen für Crimson Desert und Death Stranding 2: On the Beach. Crimson Desert ist zudem der erste Titel, für den Ray Regeneration 1.1 offiziell bestätigt wurde.

Der Start verläuft jedoch nicht ganz reibungslos. AMD weist in den Release-Notes darauf hin, dass FSR-Features in Battlefield 6 auf RX 9000-Karten inaktiv erscheinen können. Zudem klagen Nutzer der älteren RX 5000-Serie über Treiber-Timeouts in Death Stranding 2. Parallel dazu wurde auch das Unreal Engine 5-Plugin auf Version 4.1.0 aktualisiert.

Langlebigkeit der Hardware und Software-Sperren

Für Nutzer einer RX 7000-Karte oder älter signalisiert dieses SDK-Release das Ende der Fahnenstange für AMDs modernste Upscaling-Forschung. Zwar wird in einigen Spielen weiterhin mit "FSR 4" geworben werden, doch unter der Haube wird lediglich der analytische FSR 3.1.5-Fallback arbeiten, anstatt des ML-gesteuerten 4.1-Modells.

Wer ein Upgrade auf die RX 9000-Serie plant, sollte Folgendes beachten:

  • Windows 11 wird fast zur Pflicht: Viele Redstone-Features, insbesondere Frame Gen 4.0 und Ray Regen 1.1, setzen das moderne Betriebssystem voraus.
  • Spiele-Support bleibt individuell: Trotz des neuen DLL-Loaders werden die besten Ergebnisse für Ray Regeneration 1.1 vorerst auf neuere Titel wie Crimson Desert begrenzt sein.
  • Vulkan-Nutzer müssen warten: Das aktuelle SDK konzentriert sich auf DirectX 12; Vulkan-Support fehlt in der Version v2.2 des Toolkits noch.

Der Schritt hin zu signierten, vorkompilierten Binärdateien für die Machine-Learning-Komponenten markiert zudem eine Abkehr von AMDs bisheriger "Open Source"-Philosophie. Während große Teile des SDKs zugänglich bleiben, sind die Kern-Algorithmen der neuronalen Netze nun eine "Black Box". Damit nähert sich AMD dem proprietären Entwicklungsmodell an, das Nvidia und Sony bereits seit Längerem verfolgen.

Häufig gestellte Fragen

Die KI-gestützten Funktionen von FSR 4.1 sind exklusiv der neuen RDNA-4-Architektur vorbehalten, konkret der Radeon-RX-9000-Serie. Besitzer älterer Hardware, wie etwa der RX-7000- oder RX-6000-Reihe, nutzen stattdessen analytische Fallback-Modi unter der Bezeichnung FSR 3.1.5.

Um das volle Paket inklusive Frame Generation 4.0 und Ray Regeneration 1.1 nutzen zu können, werden Windows 11 sowie eine Grafikkarte mit Shader Model 6.6 benötigt. Die Software setzt zudem auf das DirectX 12 Agility SDK 1.710.2, wobei die FSR-3.1.5-Fallbacks weiterhin mit Windows 10 kompatibel sind.

Durch die Umstellung auf eine DLL-Struktur können Updates nun direkt über die Adrenalin-Software auf Treiberebene erfolgen, anstatt auf individuelle Patches der Spieleentwickler angewiesen zu sein. So profitieren Spieler auch in älteren Titeln von einer verbesserten Upscaling-Qualität, ohne dass das Spiel selbst manuell aktualisiert werden muss.

Interne Tests von AMD bescheinigen der Radeon RX 9070 XT bei aktivierter Redstone-Suite eine durchschnittlich 3,5-fache Leistungssteigerung in 4K-Auflösung. Erste unabhängige Berichte merken jedoch an, dass die Technologie zwar die Detailgenauigkeit verbessert, bei der allgemeinen Bildstabilität aber noch hinter Nvidias DLSS 4.5 zurückbleibt.

Ray Regeneration 1.1 ist eine neue Technologie zur Optimierung von Beleuchtung und Reflexionen in Raytracing-Titeln und dient als direktes Pendant zu Nvidias Ray Reconstruction. Zum aktuellen Release ist Crimson Desert das erste Spiel, für das dieses Feature offiziell bestätigt wurde.

AMD rückt von seinem bisherigen Open-Source-Ansatz ab und setzt für die Machine-Learning-Komponenten nun auf signierte, vorkompilierte Binärdateien. Während weite Teile des SDKs weiterhin zugänglich bleiben, sind die eigentlichen neuronalen Netze nun proprietär – ähnlich wie bei den Lösungen von Nvidia und Sony.

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